Zulassung zum BWL-Studium

Studienbewerber scheitert mit Klage: Veränderte Klausuren erlaubt

Göttingen. Klausuren zum Erwerb der fachbezogenen Hochschulzugangsberechtigung müssen nicht die gleiche Anzahl an Aufgaben wie im Vorjahr enthalten.

Das hat das Verwaltungsgericht Göttingen entschieden.

Das Gericht wies die Klage eines Studienbewerbers gegen das Niedersächsische Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung (NLQ) ab, der zweimal erfolglos die Zugangsprüfung für das Fach Betriebswirtschaftslehre an der Universität Göttingen absolviert hatte. Der Kläger hatte moniert, dass die Aufgabenstellung in der Klausur fehlerhaft gewesen sei.

Keine Beanstandung

Nach Ansicht des Gerichts waren die Prüfungsmodalitäten jedoch nicht zu beanstanden. Der Kläger habe daher keinen Anspruch darauf, dass seine Prüfung als bestanden gewertet werde (Aktenzeichen 4 A 259/16).

In Niedersachsen ist es unter bestimmten Voraussetzungen möglich, auch ohne Abitur ein Studium aufzunehmen. Bewerber müssen dazu eine entsprechende berufliche Vorbildung aufweisen und eine Prüfung für den Erwerb der fachbezogenen Hochschulzugangsberechtigung ablegen. Zuständig für diese Prüfung ist das Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung.

Der Kläger hatte erstmals im Sommersemester 2014 die vorgeschriebene Prüfung im Fach Betriebswirtschaftslehre abgelegt, allerdings ohne Erfolg. Ein Jahr später unternahm er einen neuen Versuch. Da seine Klausur auch diesmal lediglich mit drei Punkten (mangelhaft) bewertet wurde und weitere Versuche nicht zulässig sind, war er damit endgültig durchgefallen.

Nur vier Aufgaben

Der Kläger wollte dies nicht hinnehmen und zog vor Gericht. Zur Begründung gab er an, dass die Klausur bei seinem zweiten Versuch lediglich vier Aufgaben enthalten habe, von denen drei hätten bearbeitet werden müssen, da im Vorjahr noch fünf Aufgaben zur Wahl gestanden hätten, stelle dies eine ungerechtfertigte Benachteiligung dar. Außerdem hätten die Aufgaben eher einer Klausur im Hauptstudium entsprochen. Offenbar hätten die Prüfer noch nie zuvor eine derartige Arbeit konzipiert oder bewertet. Das Gericht konnte allerdings keine rechtlich relevanten Verfahrens- oder Bewertungsfehler feststellen. Es gebe keinen prüfungsrechtlichen Grundsatz, der bestimmen würde, dass eine Klausur immer die gleiche Anzahl an Einzelaufgaben oder Wahlmöglichkeiten enthalten müsste. 

Rubriklistenbild: © dpa-avis

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.