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Uni Göttingen: Klimaaktivisten räumen Hörsaal – ZHG-Party kann steigen

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Von: Raphael Digiacomo

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Umweltaktivisten besetzen für fünf Tage einen Hörsaal der Uni Göttingen. Pünktlich zur alljährlichen ZHG-Party räumen die Demonstranten das Feld.

Göttingen – Eine Gruppe von circa 70 Umweltaktivistinnen und -aktivisten hat seit Montagabend (24.10.2022) den Hörsaal 011 im Zentralen Hörsaalgebäude (ZHG) der Universität Göttingen besetzt gehalten. Freitagmorgen haben sich die Demonstranten nun friedlich zurückgezogen, da der Hörsaal als Abstellraum für die abendliche, alljährliche ZHG-Party benötigt wird.

Uni-Präsident Prof. Metin Tolan hatte die Aktivisten gebeten, den Hörsaal bis 10 Uhr zu verlassen. Der Bitte kamen die Mitglieder der mittlerweile international agierenden Gruppe „End Fossil: Occupy“ nach, die zum Abschluss ihrer Aktion eine Demonstration samt Kundgebung auf dem Platz der Göttinger Sieben auf dem Uni-Campus veranstalteten.

Nach fünf Tagen Besetzung: Klimaaktivisten räumen Hörsaal der Uni Göttingen für ZHG-Party

Mit der Besetzung wollte die Gruppe Druck auf die Politik ausüben, um „als Bewegung zusammenzukommen, zu diskutieren und neue Kampagnen zum Schutz der Umwelt zu planen“, wie ein Sprecher der Gruppe erklärte. Diese fordert ein Ende der fossilen Industrie, um Klimaneutralität und weltweite soziale Gerechtigkeit zu erreichen.

Klimaschutz-Aktivisten, die den größten Hörsaal der Göttinger Universität besetzt hatten.
Klimaschutz-Aktivisten, die den größten Hörsaal der Göttinger Universität besetzt hatten, räumten diesen am Freitag, 28. Oktober, wieder. Auch, weil eine Riesen-Uni-Party geplant ist. Auf dem Campus demonstrierten sie weiter für eine Klimapolitik der Göttinger Hochschule und kritisierten die Uni-Leitung und Präsident Metin Tolan. © Kopietz, Thomas

„End Fossil: Occupy“ organisiert laut eigener Aussage zahlreiche weitere Besetzungen von Schulen und Unis in ganz Deutschland, um „so das öffentliche Leben zu stören, bis die Forderungen umgesetzt sind“. So ist am kommenden Wochenende (29./30. Oktober) eine ähnliche Aktion in Leipzig schon geplant.

Uni-Präsident Prof. Metin Tolan soll Temperatur im besetzten Hörsaal runtergedreht haben lassen

Besetzung Hörsaal 011 im Zentralen Hörsaalgebäude (ZHG) der Universität Göttingen: Klimaschützer verschiedener Gruppen protestieren und wollen den Saal länger besetzen. Die Uni-Leitung war gesprächsbereit.
Besetzung Hörsaal 011 im Zentralen Hörsaalgebäude (ZHG) der Universität Göttingen: Klimaschützer verschiedener Gruppen protestieren und wollen den Saal länger besetzen. Die Uni-Leitung war gesprächsbereit. © Stefan Ramfpel

Lucas Wermeier, ein Sprecher der Aktivisten für Umweltgerechtigkeit, betonte, dass es sich lediglich um den Anfang der Aktionen handle. „Tolan hat uns fünf Tage lang die Temperatur im Hörsaal runtergedreht – was offengesagt echt scheiße war“, sagte der Student während der abschießenden Kundgebung. Nach den Zeiten der Pandemie forderte er eine Re-Politisierung der Uni.

Tolan hat uns fünf Tage lang die Temperatur im Hörsaal runtergedreht – was offengesagt echt scheiße war.

Lucas Wermeier von „End Fossil: Occupy“

Nun steht am Freitagabend der ZHG-Party – einem Göttinger Klassiker und das größte Fest der Uni – nichts mehr im Wege. Bleibt zu sehen, ob die nicht nur bei Studenten beliebte Fete wie in vergangenen Jahren wieder tausende Besucher anlocken wird.

Weitere Informationen zu „End Fossil: Occupy“ und die Aktionen der Gruppe finden Sie hier. (Raphael Digiacomo)

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