Aus 264 einzelnen Appartments

Am Göttinger Nordcampus gibt es bald ein neues Wohnheim aus Holzbau-Modulen 

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Neubau: Studentenwerks-Geschäftsführer Professor Jörg Magull (rechts) während des Richtfestes, das sich auch Universitätspräsidentin Prof. Ulrike Beisiegel (Zweite von links) nicht entgehen ließ. 

264 Studierende finden am Nordcampus in Göttingen bald ein neues Domizil. Erstmals seit mehr als 20 Jahren baut das Studentenwerk Göttingen ein neues Wohnheim.

Nur acht Monate nach Beginn der Arbeiten wurde am Donnerstag in der Grisebachstraße unweit der Nordmensa bereits Richtfest gefeiert.

Seit dem 13. Juni wurden täglich bis zu sechs fertig vormontierte Wohnungs-Module per Tieflader angeliefert, so dass der Bau innerhalb von nur 45 Tagen seine würfelähnliche Gestalt erhielt.

„Für mich ist dieses Richtfest etwas ganz Besonderes“, sagte Tobias Manzke vom Stuttgarter Architekturbüro LIMA, das mit seiner innovativen Idee seinerzeit den Architektenwettbewerb gewonnen hatte. „Heute sehe auch ich das Gebäude erstmals in seiner vollen Größe und Gestalt.“ 

Das neue Wohnheim soll "Lutterterrasse" heißen

Bei der „Lutterterrasse“, wie das neue Wohnheim am Nordcampus künftig heißen wird, sei das besonders spannend gewesen, weil es sich durch die Kombination von herkömmlicher Bauweise und Fertigbau stark von anderen Gebäuden abhebe.

 „Das ist ein neuer und sehr zukunftsorientierter Ansatz, der künftig gerade bei Studentenwohnheimen sehr gut angewendet werden kann“, betonte Manzke.

Das künftige Studentenwohnheim Lutterterrasse: Die 264 Appartements wurden in Österreich vormontiert. Deshalb konnte das Gebäude schnell die Höhe wachsen. 

„Das ist ein historischer Tag für das Studentenwerk Göttingen“, betonte dessen geschäftsführendes Vorstandsmitglied Professor Jörg Magull. „Schließlich ist das unser erster Neubau seit über 20 Jahren und wir wussten gar nicht mehr so richtig, wie das eigentlich geht.“ 

Da viele Hände nötig seien, um solch ein Wohnheim zu bauen, dankte er allen beteiligten Unternehmen, der Stadt Göttingen und der Universität „für die gute Zusammenarbeit“.

Eine Million Euro aus dem Wohnraumförderungsfond Niedersachsen

Ein besonderer Dank ging an das Land Niedersachsen, das sich mit einer Million Euro aus dem „Wohnraumförderfonds Niedersachsen“ an den Investitionskosten von rund 22 Millionen Euro beteiligt.

„Unser Bauzeitenplan sieht vor, dass Anfang 2020 die ersten Studierenden in die 264 Apartments einziehen und sich darin wohlfühlen können“, sagt Carmen Heine, Leiterin des Gebäudemanagements des Studentenwerks Göttingen.

Aktuell gebe es insgesamt 27 Reservierungen für die 18 Quadratmeter großen Einzelappartements, die bereits über fertig eingebaute Schränke, einen Schreibtisch, ein Bett sowie eine kleine Kochnische mit Kühlschrank verfügen und deren monatliche Warmmiete inklusive Strom und Internetversorgung etwa 350 Euro betragen wird. Wer also für das kommende Jahr noch ein neues Appartement sucht, der hat jetzt noch allerbeste Chancen.

studentenwerk-goettingen.de

264 Appartements wurden als Module in Österreich vormontiert

Der Wohnheim-Neubau, der 264 Studierenden Platz bieten wird, kann schnell realisiert werden. Das hat einen einfachen Grund: Nachdem das Fundament und das Erdgeschoss auf herkömmliche Art und Weise betoniert worden war, wurden die 260 in Österreich samt Einrichtung und Nasszelle in Holzbauweise vormontierten und als Module nach Göttingen transportierten Wohnmodule einfach darauf gestapelt und verankert. 

So entstanden inklusive des Sockelgeschosses fünf Geschosse mit insgesamt 264 Appartements. Vier davon sind behindertenfreundlich und ebenerdig zu erreichen.

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