Uni Göttingen

Uni Göttingen: Präsidentin Beisiegel will früher in Ruhestand

Will früher in den Ruhestand gehen: Prof. Dr. Ulrike Beisiegel, die Präsidentin der Georg-August-Universität Göttingen. Foto: Christoph Mischke/nh

Göttingen. Die Präsidentin der Uni Göttingen, Prof. Dr. Ulrike Beisiegel will Anfang 2020 aus dem Amt scheiden und in den Ruhestand gehen, ein Jahr früher, als geplant.

Beisiegel hat bei dem Vorsitzenden des Stiftungsrates ihren Vorruhestand beantragt, der ab 2020 beginnen soll. „Ich bin dann 68 Jahre alt, da kann man schon einmal in den Ruhestand gehen“, sagte Ulrike Beisiegel im Gespräch mit unserer Zeitung. 68 Jahre ist auch die Altersgrenze für Uni-Präsidenten. 

Rationale Entscheidung

Was für Außenstehende überraschend kommen mag, ist für Beisiegel eine „normale, rationale Entscheidung“, wie die Naturwissenschaftlerin sagt. Dieser Entschluss steht mit der negativen Entscheidung in Sachen Exzellenz-Beurteilung in Zusammenhang. Die Uni Göttingen hatte „nur“ eins von vier Projekt-Clustern, die es in die Endausscheidung geschafft hatten, letztlich durchgebracht. Zwei wären nötig gewesen, um als ganze Universität noch den Exzellenz-Antrag stellen und deutlich mehr Fördergeld bekommen zu können. 

Persönliches Ziel Exzellenz

Ein Ergebnis, das die Präsidentin seit Jahren und des schon 2012 verpassten Status als oberes Ziel auch ihrer persönlichen Arbeit ausgegeben hatte, das am Ende nicht erreicht wurde. „Ich 

bin enttäuscht darüber, dass diese hervorragenden Anträge letztlich nicht erfolgreich waren, wir hatten uns mehr erhofft“, sagt Beisiegel, bei der die Enttäuschung auch drei Wochen nach der Entscheidung noch tief sitzt. 

Zeit zur Vorbereitung

Sie stellt aber klar: Der Frust darüber sei letztlich nicht der Grund für ihren vorzeitigen Ruhestandsantrag. „Es macht absolut Sinn, zu diesem Zeitpunkt zu gehen. Ein Nachfolger hat dann mehr Zeit, die Universität auf die nächste Exzellenz-Strategie 2025 vorzubereiten.“ Der Vertrag Beisiegels läuft eigentlich bis Ende 2024. Ein früheres Ausscheiden ist möglich mit Erreichen der Altersgrenze 68 Jahre. 

Wohl überlegt

Grundsätzlich habe sie sich aber schon im Vorfeld der Exzellenz-Entscheidung überlegt, wie sie persönlich auf einen Erfolg, Teil- oder Misserfolg im Exzellenzwettbewerb reagieren wollte, sagte sie am Samstag. Deshalb sei ihr Entschluss wohl überlegt und der Situation entsprechend. 

Bis zum Ende werde sie weiterhin intensiv für die Uni arbeiten, die Zügel nicht schleifen lassen. Momentan besteht das Präsidium der Georg- August-Universität aus fünf Mitgliedern. Aktuell wird ein Nachfolger für den Bereich Finanzen und Personal gesucht, aus dem Dr. Holger Schroeter zum 1. September ausgeschieden war. Die Position füllt Beisiegel zurzeit mit aus. 

Ergebnisse Exzellenz-Jury

Ende des Monats erwartet die Präsidentin die detaillierte Bewertung der eingereichten Cluster durch die Kommission. Sie ist Grundlage dafür, weitere Förderanträge zu stellen. Darauf hofft nun auch Beisiegel wie die vielen beteiligten Wissenschaftler. 

Forum Wissen durchgebracht

Das große Ziel als Präsidentin einer deutschen Exzellenz-Universität abzutreten aber hat sie nicht erreicht. Verbunden bleiben wird der Name Ulrike Beisiegel aber mit einem wegweisenden Projekt, das sie mit großem Einsatz und gegen Widerstände im Senat auf den Weg gebracht hat: das in Deutschland einzigartige Forum Wissen, wo Sammlungen untergebracht werden, Forscher und Bürger gemeinsam einen Raum finden werden. Das Forum in der Nähe des Bahnhofs am Groner Tor ist in Bau.

Starkes Forschungsnetz in Göttingen

Den ebenfalls eingeschlagenen Weg einer stärkeren Vernetzung am Forschungsstandort Göttingen zwischen Uni-Einrichtungen, Uni-Medizin und anderen Forschungsinstituten wie Primatenzentrum und fünf Max-Planck-Instituten hält Beisiegel für richtig. „Er sollte weiter beschritten werden, was der Senat ja auch beabsichtigt.“ (tko)

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