Universität muss neu suchen

Sascha Spoun wird kein Präsident: Absage an die Uni Göttingen

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Noch gute Laune: Die ist Sascha Spoun vergangen. Er sagte der Uni Göttingen als Präsident nun ab.  

Dr. Sascha Spoun hat der Uni Göttingen abgesagt: Er wird nach seiner Wahl im Juni das Amt nicht übernehmen. Die Suche nach einem Beisiegel-Nachfolger startet wieder.

Der Senat der Georg-August-Universität hatte Dr. Sascha Spoun am 20. Juni mit großer Mehrheit zum Präsidenten gewählt: Die umstrittene Entscheidung ist hinfällig: Spoun steht für das Amt, das er im Januar 2020 antreten sollte, nicht mehr zur Verfügung, wie er am Mittwoch Senat und Stiftungssausschuss der Göttinger Uni mitteilte. Er bleibt damit Präsident der Leuphana Universität Lüneburg, wo seine Amtszeit bis 2028 läuft.

Die Wahl und das Findungsverfahren waren intern und öffentlich auf heftige Kritik gestoßen. 50 Professoren opponierten. Gegen Spouns Ernennung liegt seit knapp zwei Wochen die Klage eines Mitbewerbers vor. Sie wird mit formalen Fehlern bei der Dokumentation von Schritten im Auswahlverfahren begründet. 

"Schwerwiegende Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Besetzungsverfahrens"

„Wenn derart schwerwiegende Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Besetzungsverfahrens vorliegen, kann und will ich für dieses Amt nicht zur Verfügung stehen“, begründet Spoun seinen Rückzug. Er verweist auch darauf, dass die Herausforderungen nur bei „großer Einigkeit über Ziele für die künftige Entwicklung und die Wege dorthin bewältigen lassen“. Diese schein Spoun im Moment nicht gegeben. Er wünscht der Uni Göttingen, „zügig einen Ausweg aus der schwierigen Situation zu finden“.

Sollte nicht schnell Ersatz gefunden werden, droht der Uni Göttingen eine längere Vakanz auf der Führungsposition. Denn: Die amtierende Präsidentin Prof. Dr. Ulrike Beisiegel hatte am 18. Juli bekannt gegeben, dass sie vorzeitig ihr Arbeitszimmer räumen wird – Ende September statt wie ursprünglich von ihr geplant Ende Dezember. Sie wollte damit auch den Weg frei machen für ihren Nachfolger Sascha Spoun und neue Impulste für die Uni.

Suche geht wieder von vorne los

Beisiegels Entscheidung ging auch ein Streit um die Wahl des künftigen Uni-Präsidenten Prof. Sascha Spoun voraus: Die einen bezeichneten seine Wahl an die Spitze der Georg-August-Universität als rechtens und inhaltlich sauber, andere Professoren – auch von außerhalb der Uni-Stadt – bezeichnen sie als eine „Provinzposse der besonderen Art“ und wiederum andere, einige Professoren der Uni, sind sauer, reklamierten Verfahrensfehler und wollten mit einem Protest gegen das Wahlverfahren angehen. 

Auch, weil Spoun nicht über die in der Ausschreibung geforderte Reputation als Spitzenwissenschaftler verfüge. Er hat aber durchaus eine Reptuation als moderner Hochschulmanager, was die Findungskommission früh beeindruckt hatte. Er sollte zunächst als Berater in der Kommission auftreten. Auch das wurde später stark kritisiert.

Spoun hatte bekräftigt, viele Beteiligte der Universität bei einer Weiterentwicklung einbinden zu wollen. Beim Abschied von Uni-Vorstandssprecher Prof. Dr. Heyo K. Kromer sagte Spoun, er wolle noch vor dem Amtsantritt viele Gespräch in vielen Bereichen führen. Das kann er sich nun sparen. Und: Für die Uni Göttingen geht die Suche wieder von vorne los - und dabei drängt die Zeit. 

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