11 700 Euro fallen weg

Uni streicht Fördergeld: ThOP-Lehrangebote werden gekürzt

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Mehr als „nur“ ein Theater: Das Theater im OP (ThOP) auf dem Gelände der Alten Klinik bietet auch Lehrveranstaltungen für Studierende an. Barbara Korte ist als wissenschaftliche Mitarbeiterin auch dafür zuständig. Jetzt hat die Uni Geld gekürzt. 

Das Theater im OP (ThOP) ist seit 35 Jahren eine Institution im kulturellen und universitären Leben der Stadt. Jetzt drohen dem ThoP und dem Lehrangebot der Phillosophischen Fakultät Einschnitte.

Denn die Universität hat dafür seit Jahren gezahlte Fördergelder für das Wintersemester 2019/20 nicht mehr genehmigt. Der Antrag wurde abgelehnt.

Diese Nachricht erhielt Barbara Korte im August. Sie ist die verantwortliche wissenschaftliche Mitarbeiterin für das ThOP und ist maßgeblich an den Studienangeboten beteiligt. Nun fehlen auf einen Schlag 11 700 Euro, die fest eingeplant waren, auch für das Engagement von wissenschaftlichen Hilfskräften und Dozenten, die ebenfalls mit dem Geld ihren Lebensunterhalt planen.

Das Lehrangebot wird gestrafft 

„Wir werden alle Module im Wintersemester der Philosophischen Fakultät anbieten, müssen aber nun unser Lehrangebot raffen. Wir werden versuchen, aber so viel wie möglich aufrecht zu erhalten“, schildert Barbara Korte die Situation. „Es wird aber Einschnitte bei Anzahl und Vielfalt der Lehrveranstaltungen geben.“

Faktisch geht es um die Bewilligung von Studienqualitätsmitteln (SQM), die das Land an die Universitäten zahlt, damit außergewöhnliche, ergänzenden Studienangebote gemacht werden können. Bisher wurden die Anträge des ThOP genehmigt.

Und: Aus der ThOP-Initiative entwickelte sich so im Rahmen der Bachelor-/Master-Studiengänge ein umfangreiches Angebot. Eines, dass sich vor allem durch den Bezug auf Berufsfelder, Berufe und eine Praxisorientierung auszeichnet, was besonders in den geisteswissenschaftlichen Fächern von besonderer Bedeutung ist.

So können Schauspielinteressierte sich über das Berufsprofil Theaterpraxis im Drehbuchschreiben, der Öffentlichkeitsarbeit oder dem Erarbeiten von Dramaturgiekonzepten – immer in Verbindung mit Profis aus der Praxis – üben. 

„Auch manche angehende Lehrer sammelt so Zusatzqualifikationen, die vielleicht später in Schulprojekten endet“, berichtet Barbara Korte. Die Studierenden erhalten Zertifikate und Credits, also anrechenbare Leistungen für das Studium.

Praxisbezug ist im Studium wichtig

Korte betont, dass gerade in den geisteswissenschaftlichen Fächern ein Praxisbezug im Studium sehr wichtig sei. „Viele können so feststellen, welche Bereiche etwas für die berufliche Zukunft sind, oder auch nicht.“

Die Lehrangeobte sind bei den Studierenden beliebt: laut Korte kommen oft 200 Interessierte zu den Info-Abenden im ThOP.

Einschnitte wird es auch für das legendäre Theater im Operationssaal und die Aufführungen geben, in dem am 13. September mit „Andorra“ die nächste Premiere ansteht. Die genauen Auswirkungen kann das Team noch nicht absehen. Es könne aber sein, dass bei der Ausstattung gespart werden müsse.

Die Frage nach dem Warum der Kürzung der SQM-Mittel ist knapp beantwortet: Die Fakultät nannte als knappe und lapidare Begründung: „Mangel an Mitteln.“

Infos, auch zum Förderverein unter www.thop.uni-goettingen.de

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