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Uni-Klinik Göttingen baut neues Blockheizkraftwerk

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Von: Per Schröter

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Projekt für die Zukunft: (von links) Rainer Bolli, Leiter Uni-Gebäudemanagement), UMG-Energieexperte Dirk Chojetzki, Dr. Sebastian Freytag (Vorstand UMG-Wirtschaftsführung), Klaus Fricke (Leiter UMG-Gebäudemanagement) und Otto-Wilhelm Holzigel (Sachgebietsleiter UMG-Energiemanagement) vor dem 53 Tonnen schweren Gasmotor des neuen Blockheizkraftwerkes. © Schröter

Göttingen. Die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) baut für rund 4,7 Millionen Euro ein Blockheizkraftwerk. Mit dem 53 Tonnen schweren Gasmotor wurde das Herzstück der Anlage angeliefert.

„Als Klinikum der Maximalversorgung hat die UMG einen jährlichen Wärme-Energiebedarf, der dem von mehr als 33 000 Privathaushalten entspricht“, betonte Dr. Sebastian Freytag, UMG-Vorstand Wirtschaftsführung und –Administration.

Um ihre Energieversorgung zu modernisieren, wird auf dem UMG-Gelände an der Ecke Robert-Koch-Straße/Zimmermannstraße gleich hinter der Feuerwache das neue BHKW gebaut. Die Kosten von 4,7 Millionen Euro trägt das Land Niedersachsen aus dem „Sanierungsprogramm Hochschulmedizin Niedersachsen“.

Das gasbetriebene Blockheizkraftwerk erzeugt gleichzeitig Wärme und Strom. In der Anlage wird Erdgas in einem Motor verbrannt, der einen Generator zur Stromerzeugung antreibt. Die Wärme des Motors sowie die des heißen Abgases werden ausgekoppelt und ebenfalls genutzt.

Das neue BHKW hat eine Wärmeleistung von 4,75 Megawatt und eine elektrische Leistung von 4,5 Megawatt. Und erzeugt seine Energie sowohl besonders ökologisch als auch ökonomisch.

Wenn es im Januar 2018 in Betrieb geht, wird es rund die Hälfte des im Universitätsklinikum benötigten Stromes produzieren und die Grundlast der Wärmeversorgung des Klinikums abdecken. Die Wärme wird dabei überwiegend zur Erwärmung des Trinkwassers sowie für die Raumwärme des zentralen Klinikumgebäudes genutzt.

„Das neue BHKW ist ein wichtiger Baustein für unsere Gesamtplanungen beim Generalentwicklungsplan der UMG“, sprach Klaus Fricke, Leiter des Geschäftsbereichs Gebäudemanagement der Universitätsmedizin Göttingen, von einer „Weichenstellung für eine moderne Energieausrichtung.

Neues Energiekonzept

„Gleichzeitig ist es ein wichtiger Bestandteil des gemeinsamen Energiekonzeptes von Universität und UMG“, ergänzte Rainer Bolli, Leiter des Gebäudemanagements der Uni Göttingen. Ziel sei es, die für die Stiftungsuniversität benötigte Energie „effizient, umweltschonend und kostengünstig“ einzusetzen.

„Kern unseres gemeinsamen Energieversorgungskonzeptes ist es, die Energieerzeugung dicht an die Hauptverbraucher zu bringen, um Übertragungsverluste möglichst klein zu halten“, erklärte Rainer Bolli.

Das Konzept sehe vor, die bisherige zentrale Energieerzeugung im Heizkraftwerk der Uni in der Rudolf-Diesel-Straße mit dezentralen Energieerzeugungsquellen zu ergänzen. „Vorgesehen ist die Einrichtung von vorerst drei BHKW´s: das hier für die UMG sowie zwei für die Uni in der Goldschmidtstraße und am neuen Rechenzentrum im Burckhardtsweg.“ Bis 2022 solle die technisch veraltete Gasturbine im Universitäts-Heizkraftwerk abgelöst werden.

Energiekosten von 20 Millionen Euro jährlich

Die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) hat jedes Jahr einen Energiebedarf von etwa 57 000 Megawattstunden (MWh) Strom und rund 100 000 MWh Wärme und verbraucht damit mehr als die gesamte Universität (50 000 MWh Strom und 67 000 MWh Wärme).

Die Energiekosten der Göttinger Universitäts-Klinik belaufen sich auf etwa 20 Millionen Euro jährlich, die der Universität zwölf Millionen Euro.

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