Uni-Klinik wächst enorm

Jahresempfang der Universitätsmedizin Göttingen: (von links) Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler, Bundestagsabgeordneter Fritz Güntzler, Uni-Präsidentin Prof. Dr. Ulrike Beisiegel, UMG-Vorstandssprecher Heyo K. Kroemer, Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe, Landtagsabgeordnete Dr. Gabriele Andretta sowie die UMG-Vorstandsmitglieder Dr. Martin Siess und Dr. Sebastian Freytag. Foto: Schlegel

Göttingen. 500 geladene Gäste haben am Dienstagabend den Jahresempfang der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) besucht. Die Festrede hielt diesmal Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU).

Der Vorstandssprecher der UMG, Prof. Dr. Heyo K. Kroemer hatte die vieldeutige Frage in den Raum gestellt: „Quo vadis UMG?“ Zunächst einmal: Die Uni-Klinik brummt, versorgt mit etwa 7700 Beschäftigten pro Jahr etwa 62.000 Patienten stationär und mehr als 176.000 ambulant. Die Bettenauslastung liege mit 87 Prozent deutlich über dem bundesdeutschen Durchschnitt.

Die UMG sei überall enorm gewachsen, sei es Krankenversorgung, Grundlagenforschung und angewandter Forschung sowie in der Lehre. All das sei mit dem gleichen Personal erreicht worden, aber durch eine höhere Arbeitsverdichtung. „Dafür danke ich allen Mitarbeitern ausdrücklich und herzlich.“  

Neue Gebäude und Konstrukte wie der entstehende Gesundheitscampus würden den Wachstumskurs untermauern, sagte Kroemer, der auch feststellte, dass die UMG ein Manko habe: Die Gebäudestruktur ist veraltet. Pläne für Neubauten liegen bereit. Das Geld steht im Prinzip zur Verfügung. „Aber die Genehmigungsverfahren sind nicht da, wo sie sein sollten.“

Ein Fingerzeig in Richtung Land, das aber dennoch die Zeichen der Zeit erkannt habe: „Bei den beiden niedersächsischen medizinischen Hochschulen UMG und MHH besteht ein dringender Investitionsbedarf von einer Milliarde Euro.“

Für Kroemer sind die Neubauten und ein zeitnaher Beginn für die UMG von existenzieller Bedeutung - und enorm wichtig für die Menschen in der Region und die Krankenversorgung. Denn: In den nächsten Jahrzehnten werden - nicht nur nach Ansicht Kroemers - der Fortschritt in der Behandlung und folglich eine immer älter werdende Bevölkerung „das deutsche Gesundheitssystem bis auf das Äußerste herausfordern und belasten“.

Die Uni-Kliniken seien daher als Maximalversorger auf eine enge Unterstützung durch die Politik angewiesen - durch das Land und den Bund. „Sie müssen den Uni-Kliniken die Werkzeuge und kontinuierliche Investitionen für die weitere Entwicklung an die Hand geben“, forderte Kroemer. Von der Bundesregierung sei bisher deutlich zu wenig gekommen.

Der angesprochene Gesundheitsminister Hermann Gröhe hörte das und sagte: „Wir brauchen ein gut erreichbares und leistungsstarkes Krankenhausnetz mit einer klugen Arbeitsteilung zwischen ortsnaher Grundversorgung und Spezialisierung - wie in Uni-Kliniken.“ Die seien laut Gröhe treibende Kräfte für den medizinischen Fortschritt und die Bekämpfung von Volkskrankheiten wie Demenz.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.