Jahresempfang

Uni-Medizin:  Fortschritt bei Neubau-Planung hängt in Hannover

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Jahresempfang der Universitätsmedizin Göttingen: (von links) Dr. Sebastian Freytag (UMG-Vorstandsmitglied), Landrat Bernhard Reuter, Dr. Martin Siess (UMG-Vorstandsmitglied), Wissenschaftsminister Björn Thümler, UMG-Vorstandssprecher Prof. Dr. Wolfgang Brück und Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler.

Göttingen – Die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) steht kurz vor der Gründung einer eigenen Baugesellschaft. Anträge liegen in Hannover. Baustart ist weiter offen.

Aktualisiert am 19.11. um 11.25 Uhr - Man habe die Unterlagen, auch zur Freigabe des Geldes für den Beginn des ersten Neubauabschnitts eingereicht. Sie würden in Hannover geprüft, sagte der UMG-Vorstandssprecher Prof. Dr. Wolfgang Brück nüchtern. In Göttingen wartet man schon länger auf Grünes Licht, das muss jetzt die vom Land neu installierte Dachgesellschaft für die Neubauten der UMG und der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) geben. 

Hängepartie Neubau 

Man stehe in engem Austausch, sagte Brück noch. Für die UMG ist die Gründung der eigenen Baugesellschaft, in der aber wiederum die Dachgesellschaft entscheidend mitbestimmen könnte, Projekt von höchster Priorität, denn erste dann können Zuschläge an – bereitstehende – Baufirmen vergeben werden. 

600 Gäste: Rekord 

Für Prof. Dr. Wolfgang Brück war es die erste Begrüßungsrede als Vorstandssprecher. Er hat Anfang August Prof. Dr. Heyo Kroemer abgelöst. Und: Brück konnte gleich eine Rekordzahl an Besuchern willkommen heißen, knapp 600 waren gekommen – viele wollte dann von Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) klare Botschaften hören. Sie wurden enttäuscht, wie auch hinterher in Gesprächen zu hören war. 

Universitätsmedizin (UMG): Jahresempfang - der neue Vorstandssprecher Prof. Dr. Wolfgang Brück bei der Begrüßung der etwa 600 Gäste.

Thümler enttäuscht 

Thümler wiederholte einiges, was er bereits in einer UMG-Personalversammlung im Sommer gesagt hatte: Man wolle beim Neubau keine Fehler machen, die hinterher teuer würden und zog die ganz große Vergleichskarte: das „Vorzeigeprojekt“ für misslungene Großprojekte, den Flughafen Berlin. Für die Neubauten MHH und UMG gelte: „Gründlichkeit geht vor Schnelligkeit“. Worte, die man in der UMG-Mensa am Sonntag nicht so gerne hörte, denn, wie gesagt, man wartet sehnlichste auf den Startschuss für den Neubau von Bettenhaus I, der Notfallmedizin und eines Operationszentrums. 

Forderung vom Bund 

Beifall für Thümler aber gab es auch: Er forderte vom Bund eine Gleichbehandlung der Leistungen in Krankenhäusern und Uni-Kliniken. Die Ungleichbehandlung müsse abgeschafft werden. Auch übte Thümler Kritik am Bund wegen der mangelnden Finanzierung der akademisierten Ausbildung in Gesundheitsberufen, wie Pflegekräften und nun bald auch Hebammen. Man könne nicht etwas festlegen und die Länder dann bei der Finanzierung alleine lassen. Ab dem Wintersemester 2020 werden auf dem Gesundheitscampus, den UMG und HAWK gemeinsam betreiben, 35 Hebammen in einem Studiengang ausgebildet. 

Neue Klinikdirektoren

In den Spitzenpositionen nach einem Jahr der personellen Wechsel sieht es in der UMG gut aus, wie Wolfgang Brück sagte und den mit Kroemer nahtlos bewerkstelligten Übergang herausstellte. An der Spitze der Kliniken stehen einige Neue, die Gesichter einer neuen Zeit an der UMG. Konrad Meissner (Anästhesiologie), Jan Bucerius (Nuklearmedizin), Christian Riedel (Neuroradiologie), Julia Gallwas (Gynäkologie und Geburtshilfe), Dagmar Krefting (medizinische Informatik) und Astrid Petermann (klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin) stünden für den fast beendeten Generationswechsel. 

Frisch unterschrieben 

Zwei am Dienstag frisch unterzeichnete Verträge meldete Brück ebenfalls: Stefan Rieken hat für die Strahlentherapie und Radioonkologie zugesagt und für den nach 33 Jahren in Ruhestand gehenden „Finanzchef“ Frank Haack kommt Jens Finke aus dem Wissenschaftsministerium an die UMG. „Das bedeutet für uns, dass in den nächsten fünf Jahren keine großen personellen Wechsel mehr anstehen und wir uns ganz auf die inhaltliche Arbeit zur Weiterentwicklung der UMG konzentrieren können“, sagte Brück. Die wird in einem neuen Perspektivpapier festgeschrieben: „Vision 2025“ soll es heißen und die künftige Ausrichtung mit Schwerpunkten festlegen, dass die Einrichtung mit 8000 Mitarbeitern und 3000 Studierenden sichern soll. Grundlage dafür bleibt aber der Neubau. 

Krebscenter fürs Land 

Zur „Vision 2025“ gehört bereits das am Mittwoch mit der MHH zu gründende Krebszentrum CCC-Niedersachsen. Der Antrag muss dann noch von der Deutschen Krebshilfe bestätigt werden. Es würde in der Mitte Deutschlands einen weißen Fleck füllen. 

„MHH-Präsident“ Brück 

Darüber freut sich auch Björn Thümler, der sich übrigens noch einen Fauxpas leistete: Er begrüßte Wolfgang Brück offiziell in dessen neuen Amt als „Präsident der MHH“. Ein Doppelfehler, denn auch die Bezeichnung Präsident gibt es an der UMG nicht, Vorstandssprecher wäre richtig gewesen. Thümler erstickte das Gelächter: „Herr Brück, Sie sind eine echte Bereicherung für den Vorstand der UMG.“ 

Demo von Verdi 

Universitätsmedizin Göttingen (UMG): Jahresempfang mit Protestaktion von Verdi. Minister Björn Thümler sprach mit den Protestierenden.

Am Rande des Empfangs gab es im Foyer eine Demonstration der Verdi-Gruppe der Uniklink Göttingen. Sie machten in Gesprächen und auf Transparenten klar, was sie vermissen: „Lasst uns nicht ausbluten – mehr Wertschätzung für die UMG-Mitarbeiter.“

Jahresempfang der Universitätsmedizin Göttingen

Mehrere hundert Gäste waren beim Jahresempfang der Universitätsmedizin Göttingen dabei. © Hubert Jelinek
Mehrere hundert Gäste waren beim Jahresempfang der Universitätsmedizin Göttingen dabei. © Hubert Jelinek
Mehrere hundert Gäste waren beim Jahresempfang der Universitätsmedizin Göttingen dabei. © Hubert Jelinek
Mehrere hundert Gäste waren beim Jahresempfang der Universitätsmedizin Göttingen dabei. © Hubert Jelinek
Mehrere hundert Gäste waren beim Jahresempfang der Universitätsmedizin Göttingen dabei. © Hubert Jelinek
Mehrere hundert Gäste waren beim Jahresempfang der Universitätsmedizin Göttingen dabei. © Hubert Jelinek
Mehrere hundert Gäste waren beim Jahresempfang der Universitätsmedizin Göttingen dabei. © Hubert Jelinek
Mehrere hundert Gäste waren beim Jahresempfang der Universitätsmedizin Göttingen dabei. © Hubert Jelinek
Mehrere hundert Gäste waren beim Jahresempfang der Universitätsmedizin Göttingen dabei. © Hubert Jelinek
Mehrere hundert Gäste waren beim Jahresempfang der Universitätsmedizin Göttingen dabei. © Hubert Jelinek
Mehrere hundert Gäste waren beim Jahresempfang der Universitätsmedizin Göttingen dabei. © Hubert Jelinek
Mehrere hundert Gäste waren beim Jahresempfang der Universitätsmedizin Göttingen dabei. © Hubert Jelinek
Mehrere hundert Gäste waren beim Jahresempfang der Universitätsmedizin Göttingen dabei. © Hubert Jelinek
Mehrere hundert Gäste waren beim Jahresempfang der Universitätsmedizin Göttingen dabei. © Hubert Jelinek
Mehrere hundert Gäste waren beim Jahresempfang der Universitätsmedizin Göttingen dabei. © Hubert Jelinek
Mehrere hundert Gäste waren beim Jahresempfang der Universitätsmedizin Göttingen dabei. © Hubert Jelinek
Mehrere hundert Gäste waren beim Jahresempfang der Universitätsmedizin Göttingen dabei. © Hubert Jelinek
Mehrere hundert Gäste waren beim Jahresempfang der Universitätsmedizin Göttingen dabei. © Hubert Jelinek
Mehrere hundert Gäste waren beim Jahresempfang der Universitätsmedizin Göttingen dabei. © Hubert Jelinek

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