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Uni-Medizin und Berufsfeuerwehr helfen mit Rüstwagen und Medizinmaterial

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Von: Thomas Kopietz

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Feuerwehr-Rüstfahrzeug mit Rot-Kreuz-Aufkleber: Aus der Feuerwache am Uni-Klinikum fährt ein Rüstfahrzeug mit Material in die Ukraine – hier beim Beladen.
Feuerwehr-Rüstfahrzeug mit Rot-Kreuz-Aufkleber: Aus der Feuerwache am Uni-Klinikum fährt ein Rüstfahrzeug mit Material in die Ukraine – hier beim Beladen. © UMG/NH

Die Universitätsmedizin (UMG) und die Berufsfeuerwehr haben medizinische Geräte, Medikamente und einen extra vorbereiteten Feuerwehr-Rüstwagen in die Ukraine geschickt.

Göttingen – Vor Ort sollen zwei Universitätskliniken unterstützt werden. Der Rüstwagen rollte am Mittwochmorgen vom Hof der Feuerwache des Klinkums. Das Fahrzeug wird von Hauptbrandmeister Marcus Hönig und Brandoberinspektor Klaus Schelper – beide von der Berufsfeuerwehr Göttingen – überführt.

Die Beiden machen das ehrenamtlich – in ihrer Freizeit. Marcus Hönig ist zudem KFZ-Meister. „Für mich macht es Sinn, diese Überführung zu betreuen. Ich kenne mich gut aus in Polen, habe dort auch schon Lastwagen gefahren.“

Der Rüstwagen enthält neben Ausrüstung für die technische Hilfeleistung eine Trennschere, einen Lichtmast mit Scheinwerfern sowie einen Generator. Das Fahrzeug wird in Polen an ein Team der Feuerwehr von Ivano-Frankivsk übergeben.

Hilfe auf allen Ebenen

Die UMG-Klinik für Anästhesiologie schickte einen Transporter mit Medikamenten, medizinischen Artikeln und Geräten nach Polen an die ukrainische Grenze. Die Klinik hat in kürzester Zeit mit ihrem Förderverein mehr als 25 000 Euro an Spendengeld eingeworben, das für den Einkauf von Medikamenten und medizinischen Artikeln in der Klinikum-Apotheke verwendet wurde sowie für den Transport samt Rückfahrt.

Zudem konnten etliche Industriepartner der Klinik als Spender für Sachmittel gewonnen werden. Spontan lieferten sie medizinische Geräte im Wert von weit mehr als 50 000 Euro.

Über die UMG-Materialwirtschaft und -Medizintechnik sowie Industriepartner kam noch mehr zusammen: Notfall-Rucksäcke, Systeme zum Abbinden/Stauen von Blutgefäßen, Atemmasken, Defibrillatoren, Beatmungsgeräte, ein Inkubator und zwei Wärmebetten, dazu Beatmungsschläuche, zwei Intensivbeatmungsgeräte, zwei Spritzenpumpentürme, Babywärmebett, ein Elektrochirurgie-Gerät zur Blutstillung.

Netzwerk an Lieferanten aktiviert

Die Spendenaktion gestartet haben Dr. Jakob Luther, Dr. Nils Kunze-Szikszay und Prof. Konrad Meissner. Schnell fanden sich weitere Engagierte aus verschiedenen UMG-Bereichen und zudem Studierende. „Uns war es wichtig, sehr schnell konkrete Hilfe hinzubekommen. Dafür haben wir unser gesamtes Netzwerk an Lieferanten aktiviert.“

Eine solche Aktion neben der täglichen Arbeit zu leisten, sei nur möglich gewesen, weil so viele mitgemacht hätten. „Viele haben in ihrer Freizeit geholfen“, schildert Nils Kunze-Szikszay, geschäftsführender Oberarzt der Anästhesiologie.

Als Hilfeleistungsfahrzeug erkennbar sein

Das Feuerwehrfahrzeug wurde übrigens besonders „behandelt“: Es trägt kyrillische Schriftzeichen, sowie ein gut sichtbares Rotes Kreuz, um es als Hilfeleistungsfahrzeug erkennbar zu machen. Carsten Cichos, Leiter der UMG-Werkfeuerwehr: „Wir wollten gerne die Initiative der Klinik für Anästhesiologie unterstützen.

Unsere Idee, eines der Feuerwehr-Fahrzeuge für den Hilfs-Einsatz abzugeben, hat der Vorstand der UMG sofort unterstützt. Das Fahrzeug ist Jahrgang 1998, bisher im Einsatz für die Werkfeuerwehr der UMG erst 18 000 Kilometer gelaufen, gut gewartet und voll einsatzbereit.“ (Thomas Kopietz)

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