Uni-Medizin: Weil stellt Baubeginn für Bettenhaus in Aussicht

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Hoffnung auf Baubeginn für ein Bettenhaus: Ministerpräsident Stephan Weil kündigte am Donnerstag beim Jahresempfang der Universitätsmedizin an, dass er sich für das Projekt einsetzen wird.

Göttingen. Die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) kann 2016 auf den Baubeginn für ein neues Bettenhaus hoffen: Das machte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Donnerstag beim Jahresempfang der Klinik deutlich.

Weil kündigte an, dass die Landesregierung alles tun wolle, um die bauliche Situation der UMG zu verbessern. Allerdings sei die finanzielle Lage des Landes schwierig. Für Weil ist die Universitätsmedizin ein Anker für die künftige Entwicklung in Südniedersachsen. Als Beispiel dafür nannte der Regierungschef den Gesundheitscampus, den die Universitätsmedizin gemeinsam mit der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst realisieren will.

Zuvor hatte Professor Dr. Heyo K. Kroemer Kritik an der unzureichenden Finanzierung von Uni-Kliniken geübt: „Deutschland ist das einzige Land, dass seine Universitätskliniken genauso finanziert, wie alle umgebenen Krankenhäuser“, so Kroemer. Er fordert eine Trendwende und mehr Geld für die Uni-Krankenhäuser. Nur so könne dauerhaft das Leistungsspektrum der Hochleistungsmedizin erhalten bleiben.

7700 Mitarbeiter

Beim Jahresempfang wurde eine beeindruckende Zahl bekannt: 7770 Mitarbeiter hat inzwischen die Universitätsmedizin Göttingen. Vorstandssprecher Kroemer berichtete zudem, dass allein im vergangenen Jahr mehr als 240.000 Patienten in der Einrichtung behandelt wurden, davon 61.000 stationär. In der Forschung arbeiten 123 Professoren, die im vergangenen Jahr 52 Millionen Euro an Drittmitteln eingeworben hatten. 3700 Studenten werden zu Ärzten und Zahnärzten ausgebildet. Der Umsatz lag 2014 bei 566 Millionen Euro.

Kroemer hob hervor: Im Gegensatz zu den meisten anderen deutschen Uni-Kliniken habe die UMG das vergangene Jahr nur mit einem kleinen Fehlbetrag abgeschlossen.

Uni-Medizin: Weil stellt  Baubeginn für Bettenhaus in Aussicht

Kroemer sieht neben den vielen Baumaßnahmen, die in der Göttinger Uni-Medizin anstehen, eine weitere Herausforderung für die nächsten Jahre: Für den Klinik-Chef ist das die Informationstechnik. „Im Gegensatz zu den uns umgebenden europäischen Ländern, von den USA und Kanada ganz zu schweigen, sind wir in der Digitalisierung von Krankenversorgung, von Forschung und Lehre wirklich rückständig.“ Der UMG-Chef nannte auch ein konkretes Beispiel: So bekommt der Patient in Göttingen nach der Behandlung an der UMG noch immer einen Brief für seinen Hausarzt in die Hand. Das ist laut Kroemer etwa so, als würde man noch immer mit einer Postkutsche statt mit einem ICE von Göttingen nach Berlin fahren. 

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