Uni-Präsidentin Beisiegel: Begeisterung hat angesteckt

Positive Bilanz: Uni-Präsidentin Prof. Dr. Ulrike Beisiegel (3.v.l.) freute sich über die großen Zuspruch bei der „Nacht des Wissens“. Das Bild entstand im Zentralen Hörsaalgebäude. Foto: Kopietz

Göttingen. Die Präsidentin der Universität, Prof. Dr. Ulrike Beisiegel war Triebfeder für den Start der Nacht des Wissens in Göttingen.

Nach der zweiten Auflage des Events ist sie hoch zufrieden mit der Entwicklung, wie sie im HNA-Gespräch sagt.

Geschätzte 15.000 Menschen waren zur Premiere im November 2012 gekommen. In der kalten Winternacht am Samstag waren es deutlich mehr: 19.000 Besucher haben demnach die Nacht zur lockeren Lehrstunde genutzt. Eine Zahl, über die Ulrike Beisiegel begeistert ist: „Es ist wunderbar, dass noch mehr Menschen aus Göttingen und der Umgebung zur Nacht des Wissens gekommen sind.“

Für die Universität und die anderen beteiligten Forschungseinrichtungen wie Max-Planck-Institute, HAWK, DLR und Universitätsmedizin erfüllt sich so ein Wunsch, den die Uni-Präsidentin ausspricht: „Wir wollen viele Menschen für die so vielfältige Wissenschaft in Göttingen begeistern, das ist gelungen.“

Was für die Naturwissenschaftlerin Beisiegel klar ist, sollen ihrer Aussage nach möglichst viele Menschen erleben können: „Wissenschaft begeistert, und diese Begeisterung soll anstecken.“ Dafür sei die Nacht des Wissens da und wie geschaffen.

Beisiegel selbst, versuchte viele Standorte aufzusuchen, um viele Eindrücke zu sammeln. Überall traf sie auf entspannte Besucher sowie hoch engagierte Helfer und Mitarbeiter und erlebte eine ausgesprochen angenehme Stimmung.

Die Veranstaltung sei auch so wichtig, weil durch die Nacht des Wissens die Forscher, die vorher nie die Möglichkeit gehabt hätten, ihre Ergebnisse den Menschen in ihrer Stadt präsentieren zu können, das nun tun könnten. Und Beisiegel hat in der Samstagnacht festgestellt, das viele das mit „großer Begeisterung“ getan hätten. „Das ist doch wunderbar.“

Fragen - auch zu kritischen Themen wie Tierversuchen, Organtransplantationen und die Palliativmedizin - wurden beantwortet, Ergebnisse und Phänomene aus Forschungsvorhaben dargestellt und analysiert. So blieben viele Besucher an Ständen und Hörsälen förmlich hängen.

Für die Uni-Präsidentin ist das ein wichtiger Punkt: „Die Besucher konnten sich treibenlassen, sich informieren, konnten passiv bleiben oder aktiv fragen.“ Während der Nacht des Wissens verschwinde so die Schwelle zur Wissenschaft. „Das ist sehr wichtig.“

Dem Wunsch einiger Besucher, die „Nacht des Wissens“ auch an einem lauen Sommer -Spätabend über die Bühnen gehen zu lassen, kann die Uni-Präsidentin zwar verstehen, aber erteilt ihm auch eine klare Absage: „Wir brauchen die Nacht. Viele Beleuchtungen oder Installationen sind ohne Dunkelheit nicht möglich.“ Außerdem sei der Termin im Januar optimal, es gebe wenig konkurrierende Veranstaltungen. „Wir sollten dabei bleiben.“ Die nächste NDW dürfte, geht es nach Beisiegel, also im Januar 2017 stattfinden.

Die Nacht des Wissens am vergangenen Samstag nutzten tausende Besucher, um einen Einblick in die Göttinger Forschung zu bekommen. Es gibt viele positive Rückmeldungen und auch Verbesserungsbedarf.

Positiv fielen folgende Punkte auf:

Fast 20.000 Menschen unterwegs, keine besonderen Vorkommnisse und Unfälle.

Grundsätzlich gute Organisation, trotz sehr heterogener Veranstalter, die sonst teilweise nicht viel miteinander zu tun haben.

Sehr entspannte Stimmung - auch von Wartenden in langen Warteschlangen für Verkaufsstände oder beim Warten auf einen Führungsbeginn.

Freundliche und meist sehr engagierte, offene Mitarbeiter, die die Veranstaltungen anboten und Informationen gaben.

Programmvielfalt: Nicht nur die spektakulären Veranstaltungen wie Physik- und Chemie-Show waren voll, sondern auch Themen-Vorträge und kleinere Veranstaltungen.

Es entstanden wirklich problemlos Kontakte zwischen Besuchern (Laien) und Informierenden, zum Teil hochrangige Experten.

Viele Besucher sahen mehrere Veranstaltungsorte und tingelten durch die Stadt.

Auch Externe wie Hip-Hop-Academy machten mit - könnte noch ausgebaut werden.

Es gibt aber auch Verbesserungsbedarf:

Warten in der Kälte: Shuttle-Busse fuhren nicht zu festen Zeiten, sondern rotierten, was Wartezeiten zur Folge hatte

Wenig Informationen in den Shuttle-Bussen über Veranstaltungsorte und Fahrtziele.

Teilweise lange Wartezeiten an den Verpflegungs- und Getränkeständen.

Ausschilderung der Veranstaltungen an den einzelnen Orten sehr unterschiedlich. Top: das Klinikum, weniger gut: ZHG.

Programmhefte sehr unterschiedlich vorhanden: Während im ZHG die Hefte ein rares Gut waren, gab es sie andernorts noch. Besucher nutzten wenig die Möglichkeit, sich im Netz die Infos zu holen, wollten Programmhefte.

Viele Führungen waren vorher ausgebucht - Spontanbesucher hatten keine Chance, eine Führung zu bekommen.

Starkes Bühnenprogramm im ZHG - Ausnahme: Die Podiumsdiskussionen müssen von der Foyer-Bühne in Hörsäle - nicht attraktiv und kaum zu verstehen. (tko)

Nacht des Wissens: Resümee zu Gastronomie und Beförderung mit Shuttlebussen

Göttingen. „Die Gastronomie bei der Nacht des Wissens ist gut abgelaufen“, resümiert Stefan Weller, Pressesprecher der UMG. „Beim letzten Mal wussten wir nicht, was auf uns zukommt, diesmal waren wir gut vorbereitet. Zwar sei die Suppe schnell leer gewesen, „Ersatz gab es aber auch.“ Manche Cocktails waren ebenfalls schnell vergriffen, am Ende seien aber alle zufrieden gewesen, obwohl die UMG-Gastronomie nur mit zehn Leuten gearbeitet hat. Weniger Stände mit Verpflegung werde man beim nächsten Mal auf keinen Fall anbieten, „eher ein bisschen mehr“.

Auch die Zusammenarbeit mit den Verkehrsbetrieben sei hilfreich und positiv gewesen, sagt Regina Lange, Pressesprecherin der Georg-August-Universität Göttingen.

„Ich finde grundsätzlich die Shuttlebusse wichtig. Die Nacht des Wissens war natürlich gut besucht, sodass es Menschen gab, die warten mussten“. Außerdem habe es Besucher gegeben, die nicht zuordnen konnten, wo sie aussteigen mussten, um bei bestimmten Angeboten anzukommen. „Solche Mengen an Menschen über Stunden im ganzen Stadtgebiet zu transportieren, ist eine Herausforderung für alle Beteiligten.“ Und auch mit großen Bussen könne man an seine Grenzen stoßen. „Wenn Menschen eine halbe Stunde warten müssen, ist das eine Grenze“, betont Lange. Für Änderungen sei es aber noch zu früh. „Wir werden uns aber sicher noch einmal mit den Verkehrsbetrieben zusammensetzen“.

Lange Wartezeiten sind bei den Göttinger Verkehrsbetrieben nicht bekannt. Stephanie Gallinat-Mecke sagt: „Wir waren nur für den Shuttleverkehr zuständig.“ Die Busse seien aber sehr gut angenommen worden. „Später haben wir noch auf Gelenkbusse umgestellt, weil die Busse voll waren.“ Wie lange die Menschen dabei auf Busse gewartet haben, könne man nicht sagen, „das kriegen auch die Fahrer nicht mit“ sagt sie. (jvp)

Von Thomas Kopietz

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