Uni-Rede: Wissenschaft muss Beitrag für Gesellschaft leisten

Prof. Dr. Peter Gruss Foto: Brüßler

Göttingen. Prof. Dr. Peter Gruss, ehemaliger Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, betonte in seiner Universitäts-Rede dass die Wissenschaft einen Beitrag zum gesellschaftlichen Wohlergehen der Menschen leisten muss.

Der Wissenschaftler appellierte aber auch, die Innovationskraft in Deutschland weiterhin hoch zu halten. „Der Wert der Forschung für unsere Gesellschaft“ lautet der Titel der Rede von Prof. Gruss, der in der voll besetzten Aula am Wilhelmsplatz über den Technologietransfer von Grundlagenforschung in die Anwendung sprach. Immer wieder verdeutlichte er die unmittelbaren Verbindungen von Wissenschaft, Gesellschaft, Politik und Wirtschaft und betonte drängende Zukunftsprobleme.

„Die Gesellschaft erwartet, dass die Wissenschaft einen Beitrag zum Wohlergehen der Menschen leistet, das kann man nicht ignorieren“, sagte der Redner. Für ihn umfasse dieser Beitrag insbesondere, dass Wissenschaft Lösungsstrategien für politische und gesellschaftliche Herausforderungen adressiere: „Das sollte nicht unterschätzt werden, denn es wird maßgebliche Veränderungen geben was beispielsweise die Lebenserwartung und die Bevölkerungsdichte angeht.“ Die Zahl der Infektionskrankheiten sei stark gesunken, die Todesursachen heute seien aber mehrheitlich chronischen Ursprungs und das nicht nur in reicheren Nationen, so Gruss. „Das heißt wir brauchen neue Wege und nicht nur die Technologie, die die Forschung befähigt, sondern auch die klinische Anwendung, um frühzeitig Schlussfolgerungen für die Prävention zu ziehen.“

Nicht zuletzt müssten Erkenntnisse aber auch als Basis für wirtschaftliche Produkte und Prozesse genutzt werden, um den Wohlstand der Gesellschaft zu sichern. Die Innovation sei hier der Motor, der in Deutschland weiter ausgebaut werden müsse, so Gruss.

Der studierte Biologe war Professor am Institut für Mikrobiologie in Heidelberg, bevor er 1986 Direktor der Abteilung Molekulare Zellbiologie am MPI für biophysikalische Chemie in Göttingen wurde. 1990 ernannte ihn die Universität Göttingen zum Honorarprofessor und von 2002 bis 2014 war Gruss Präsident der Max-Planck-Gesellschaft. Er ist Leibniz-Preisträger und ist Träger des Bundesverdienstkreuzes. (zli)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.