Uni-Sportgelände: Alte Tennisplätze werden zu neuer Fußball-Arena

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Das wird die Fußballhalle: Zwei Plätze, Kunstrasen mit Korkgranulat, eine halb-offene Holzkonstruktion und ein Zeltdach – das sind die Merkmale der Halle am Universitätssportgelände.

Göttingen. In Göttingen wächst eine neue Fußball-Oase aus dem Boden: Auf dem Uni-Sportgeländes am Sprangerweg entsteht eine ganz besondere, halboffene Soccer-Halle.

Dafür verschwinden vier ehemalige, zuletzt desolate Tennisplätze. Schon ab Mai soll die Fußball-Arena mit vier Plätzen von Studierenden und Bediensteten bespielt werden. „Dahinter steht noch ein kleines Fragezeichen, das hängt vor allem am Wetter“, sagt Dr. Axel Bauer, Leiter der Zentralen Einrichtung Hochschulsport der Uni.

Bislang spielte der Wettergott mit dem Fußballgott aber Doppelpass. Die meist milden Temperaturen im Januar machten die aufgrund der Hanglage und Untergrundbeschaffenheit erforderlichen aufwändigen Arbeiten am Fundament möglich. Betonrinnen ersetzen nun die Linien auf den ehemaligen Tennisplätzen. Schon in wenigen Tagen sollen die Hallenaufbauten errichtet werden.

Halle aus Holz

Die Spielfeldumrandung und Tragkonstruktion für das Dach sind komplett aus Holz. Eine Besonderheit der Kalt-Halle ist das Dach: eine attraktive, in Fulda gefertigte Zeltkonstruktion, wie aus Fußballstadien bekannt, wird das Bauwerk überspannen.

Natürliche Baustoffe

„Wir wollten möglichst natürliche Baustoffe verwenden und keine Industriewellblechhalle haben“, schildert Bauer. So stieß man im Sportinstitut auf die Firma SMC2 aus dem französischen Lyon, die Holzhallen baut – auch über Fußballspielfeldern. Ein Musterobjekt steht in Hamburg. Und nach dem Ortstermin dort stand für die Verantwortlichen um Axel Bauer fest: „Das machen wir.“

Doch was in Hamburg problemlos funktionierte, war in Niedersachsen zunächst unmöglich: Die Landesbaubehörde nahm den Ball nicht an. Deshalb musste ein Gutachten her, das im Januar fertig war. Unmittelbar danach konnte der Bau beginnen.

Kunstrasen mit Kork

Auch den Spielbelag werden Fußballer in der Region Südniedersachsen und Nordhessen so nirgendwo vorfinden: Der Kunstrasen, den die Firma Heiler aus Bielefeld verlegt, wird nicht wie üblich mit Gummigranulat befüllt, sondern mit Korkstückchen. Vorteil: Kork ist im Sinne des nachhaltigen Bauens ein Naturprodukt, deshalb voll recyclebar.

Keine heißen Füße

Und: Das Aufheizen des Gummis im Sommer wird es so nicht geben, den Kickern bleiben so „kochende“ Füße erspart, die sonst mancher Kunstrasenplatz beschert.

Fast Eigenfinanzie rt

900.000 Euro wird das Projekt kosten, 100.000 Euro kommen vom Landessportbund, 800.000 Euro finanziert der Förderverein Fizz des Hochschulsports.

Spielort für Uni-Liga

Mittelfristig aber kann durch die zwei Frei- und zwei Kunstrasen-Hallenplätze auch gespart werden: Dort werden alle Spiele der Uni-Liga stattfinden. Bisher wurde immer mittwochs auf den IfS-Rasenplätzen gekickt, mit fatalen Folgen für den Rasen, der alljährlich nach Ende der Saison für 30.000 Euro geflickt und geschont wurde. Von Juli bis Oktober waren die Plätze deshalb oft nicht nutzbar Das ist nun vorbei. „Die Soccer-Plätze kommen somit allen Nutzern der Rasenflächen zu Gute“, sagte Axel Bauer.

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