Übertragung startet um 16.30 Uhr

Göttingen ist Hauptstadt der Nobelpreise - Heute Verleihung

Ausnahme-Wissenschaftler: Prof. Dr. Stefan Hell erhält am heutigen Mittwoch den Nobelpreis für Chemie. Foto: dpa

Göttingen. 44 Nobelpreisträger werden mit der Stadt Göttingen in Verbindung gebracht. Die meisten kommen aus den Fachbereichen Physik und Chemie. So wie Stefan Hell.

Hell ist der vierte im Bunde, der aus dem Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie kommt. Dort wird am Mittwoch die Verleihung des Nobelpreises verfolgt. Ab 16.30 Uhr soll die Übertragung starten.

Vom Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie erhielten das Duo Bert Sakmann und Erwin Neher im Jahr 1991 sowie der 1967 geehrte Chemiker Manfred Eigen den Nobelpreis. Neher arbeitet übrigens noch im Institut am Faßberg.

Weitere berühmte Namen mit Göttinger Verbindung sind Werner Heisenberg (Physik, 1932), Otto Hahn (Chemie, 1944), Max Born (Physik, 1954), Max Planck (Physik, 1918) und Robert Koch (Medizin, 1905). In der Nobelpreis-Hauptstadt Göttingen sind viele Straßen nach ihnen benannt.

Stefan Hell erhält den Nobelpreis für ein funktionierendes Prinzip. Die Geschichte ist aber auch ein Beispiel dafür, wie eine Idee über die Forschung zu einer segensreichen Entwicklung für die Menschen werden kann. Alle Mikroskophersteller, darunter auch die Marktführer aus Deutschland, bieten heute Geräte an, die mit dem STED-Verfahren arbeiten.

Stefan Hell - Nobelpreisträger aus Göttingen

Darunter ist eine Firmenausgründung einiger ehemaliger Mitarbeiter Hells im MPI für biophysikalische Chemie: Abberior Instruments ist erfolgreich im Markt und hat den Sitz in Göttingen, was Mastermind Stefan Hell besonders freut: „Das ist ein Beispiel, wie Grundlagenforschung einer Region, einer Stadt nutzen kann. Göttingen lebt wie kaum eine andere Stadt von der Wissenschaft. Die Verbindung zwischen Stadt und Wissenschaft ist ein Gewinnbringer für beide.“

Hinweis:

Hier gibt es eine Live-Übertragung des Nobelpreises.

Als Wissenschaftler fühlt sich Hell, Vater dreier Kinder, wertgeschätzt in der Stadt. „Hier ist Wissenschaft, sind Wissenschaftler ein echter, wichtiger Teil der Gesellschaft.“ Der Stadt möchte Hell deshalb etwas zurückgeben. „Der Wissensvorsprung, der hier in Göttingen erarbeitet wurde, wird hier umgesetzt, Steuergeld kann zurückfließen“, sagt Hell, für den auch die Anwendung und deren Folgen sehr wichtig sind: Die Fluoreszenz-Mikroskopie wird heute in der Biologie und Medizin fast überall eingesetzt.

Die Forscher – mit ihnen Stefan Hell – hoffen über die STED-Mikroskopie und den Einblicke in die lebende menschliche Zelle und in die Entstehung von Krankheiten zu bekommen. „Das zu wissen, das ist natürlich wunderbar“, sagt Hell und lacht. Übrigens: Ehefrau Anna ist eine profilierte Kinder-Chirurgin am Uni-Klinikum. (tko)

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