Forscher werteten Daten zu mehr als 400 Arten aus

Uni-Studie: Intensive Landwirtschaft auf Wiesen ist ein Artenkiller

Göttingen. Wo Menschen Grünlandflächen intensiv bewirtschaften, nimmt die Artenvielfalt ab: zu diesem Ergebnis kommt eine überregionale Studie von etwa 300 Wissenschaftlern mit Beteiligung der Universität Göttingen.

Die Forscher werteten unter der Leitung der Technischen Universität München mehr als 4000 Arten aus. Sie konnten so zum ersten Mal über verschiedene Regionen hinweg statistisch belegen, dass durch eine intensivere Landwirtschaft alle Wiesen gleichartig werden und nur noch Lebensraum für einige wenige Arten bieten.

Letztendlich bleiben überall die gleichen Arten übrig – die Landschaft wird eintöniger. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Nature erschienen.

Die Wissenschaftler gingen der Frage nach, ob nicht der lokale Artenverlust einen viel größeren Effekt haben könnte, wenn eine größere räumliche Skala und die gesamte Vielfalt des Lebens betrachten würde

Die Forscher fanden heraus, dass: „Schon bei einer geringen Intensivierung der Wiesen- und Weidennutzung für viele Arten in Flora und Fauna ein Überlegen nicht mehr möglich ist“, erläutern die Göttinger Agrarökologen Prof. Dr. Teja Tscharntke und Dr. Catrin Westphal.

„Schließlich bleiben nur noch die Arten übrig, die keine allzu großen Ansprüche an Futterpflanzen und Umweltbedingungen stellen.“

Neu ist vor allem die Erkenntnis, dass diese Gleichschaltung der Arten über verschiedene Landschaften und Regionen hinweg eintritt und somit den Artenreichtum auf regionaler und nationaler Ebene reduziert, was sich am Ende auf die Abläufe im Ökosystem auswirkt.

„Diese Veränderungen können zu einer funktionellen Verarmung der Artengemeinschaften führen und wichtige Ökosystemleistungen wie die Bestäubung und die biologische Schädlingskontrolle beeinträchtigen“, erklärt Catrin Westphal die negativen Auswirkungen.

Rubriklistenbild: © Patrick Pleul/dpa

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