Präsident für Universität

Universität Göttingen: Präsidenten-Vorschlag erst im Sommer 2020

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Blauer Himmel über den Gebäuden: Das Aula- und Verwaltungsgebäude der Universität Göttingen am Wilhelmsplatz. Die Uni startet die Suche nach einem neuen Präsidenten – nach dem Wahl-Debakel im Sommer.

Neustart: Die Universität Göttingen bringt ein neues Verfahren für die Präsidentensuche auf den Weg: Auswahl eines Nachfolgers für Prof. Dr. Ulrike Beisiegel kann beginnen.

Neustart nach dem Chaos: Die Universität Göttingen bringt ein neues Verfahren für die Präsidentensuche auf den Weg: Die Stellenausschreibung kann formuliert werden und danach die Kandidatenauswahl für den Nachfolger oder die Nachfolgerin der Ende September ausgeschiedenen Uni-Präsidentin Prof. Dr. Ulrike Beisiegel offiziell beginnen.

Senat und Stiftungsausschuss der Universität Göttingen haben am Mittwoch den Weg für eine erneute Stellenausschreibung per Beschluss frei gemacht. Vorher mussten die Gremienmitglieder aber erst einmal etwas formal beenden, was längst vom Tisch war: das „laufende Verfahren zur Besetzung des Präsidentenamtes der Universität Göttingen“, wie es verwaltungssprachlich heißt.

Erledigt war dieses für die Georg-August-Universität unrühmliche Verfahren eigentlich schon, als der gewählte und designierte Nachfolger Beisiegels, Dr. Sascha Spoun, seine Bewerbung nach viel Gegenwind und einem juristischen Eilantrag eines anderen Bewerbers gegen seine Ernennung zurückgezogen hatte.

Auch hatte es eine Klage gegen das Besetzungsverfahren gegeben – zudem hatten mehr als 50 Professorinnen und Professoren dagegen protestiert. Der Senat hatte sich danach außerstande gesehen, auf Grundlage der Entscheidung einer eingesetzten Findungskommission einen weiteren Kandidaten vorzuschlagen.

Neue Stellenausschreibung geplant

Wie geht es nun weiter? Zunächst wird der Senat eine neue Stellenausschreibung auf den Weg bringen und erneut eine Findungskommission einsetzen. Danach kann eine Wahlempfehlung erfolgen. Damit droht der Universität ein zähes, zeitraubendes Verfahren. Eine neue Wahlempfehlung durch eine neue Findungskommission sei erst frühestens im Sommer 2020 zu erwarten, heißt es.

Derweil wird die Georgia Augusta von der hauptamtlichen Vize-Präsidentin Dr. Valérie Schüller kommissarisch geleitet. Ab Dezember wird dann der Interimspräsident Prof. Dr. Reinhard Jahn nach Auftrag durch den Stiftungsausschuss bis zur Aufnahme der Geschäfte einer neuen Präsidentin oder eines neuen Präsidenten übernehmen.

Der 68-jährige, vielfach ausgezeichnete Zell- und Neurobiologe und emeritierte Professor vom Göttinger Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie hatte sich dazu bereit erklärt, auch, um der Universität Zeit zu geben, das Verfahren neu zu gestalten.

Besinnung auf das Gemeinsame

Die stellvertretende Vorsitzende des Stiftungsausschusses, Prof. Dr. Barbara Ischinger (Berlin), die das Gremium zurzeit leitet, sagt, dass der aktuelle Beschluss auch den Meinungsverschiedenheiten Rechnung trägt, die die Wahl Spouns begleitet hatten. Während derer waren schließlich der Vorsitzende des Stiftungsrates und Stiftungsausschusses, Dr. Wilhelm Krull und einige Senatoren zurückgetreten. Ischinger bezeichnet das Vorgehen nun als „Neustart“, und fordert, das nun „alle Gruppen und Beteiligten“ konstruktiv zusammenarbeiten und nach vorne blicken müssen“.

Ein klarer Appell Ischingers auch für das, was Uni-Interne wie -Externe nach dem Wahl-Debakel um Sascha Spoun gefordert hatten und fordern: die Besinnung auf das Wesentliche, das Gemeinsame – die Belange der Universität Göttingen, der Mitarbeiter und Studierenden. 

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