Universität Göttingen will Flüchtlingen beim Deutschlernen helfen

Der Zentralcampus der Uni Göttingen: Studierende sollen die deutsche Sprache vermitteln. Foto: Schmidt-Hagemeyer

Göttingen. Studierende der Universität Göttingen werden sich künftig noch stärker an der Sprachförderung von Flüchtlingen beteiligen.

Damit reagiert die Hochschule auf eine Initiative des Wissenschaftsministeriums.

Die Abteilung Interkulturelle Germanistik der Universität bietet Studierenden aller Fächer ab dem kommenden Wintersemester die Möglichkeit an, sich im Bereich von Sprachenbildung und -förderung sowie Deutsch als Zweitsprache speziell für dieses Praxisfeld zu qualifizieren.

Das interdisziplinär angelegte Modul vermittelt Studierenden Kompetenzen in der Vermittlung von Deutsch als Zweitsprache, der Diagnose von Förderbedarf, den komplexen psychosozialen Lebenssituationen von Flüchtlingen und den rechtlichen beziehungsweise gesellschafts- und sprachenpolitischen Rahmenbedingungen. Die Praktika finden unter anderem in Zusammenarbeit mit dem Integrationszentrum Niedersachsen in Friedland, in Sprachlernklassen oder auch als Sprachcoaches in der Begleitung von Flüchtlingen an der Universität statt. Die Bereitschaft der Studierenden zu unterschiedlichen Formen des ehrenamtlichen Engagements ist groß: Mehr als 100 Studierende signalisierten ihr Interesse.

Niedersachsens Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajic hatte am Freitag angekündigt, den Hochschulzugang für Flüchtlinge zu erleichtern. Damit sollen den Betroffenen neue Perspektiven ermöglicht werden.

„Die Universität Göttingen sieht sich in der gesellschaftlichen Verantwortung, wirksame Hilfestellung bei der Integration der Flüchtlinge in Niedersachsen zu geben“, erläutert Prof. Dr. Hiltraud Casper-Hehne, Vizepräsidentin für Internationales. Das ehrenamtliche Engagement der Studierenden wird in die akademische Ausbildung eingebunden und mit anrechenbaren Leistungspunkten honoriert. „Unsere Studierenden können so ihr erworbenes Wissen in konkreten Praxisfeldern anwenden und einen wichtigen Beitrag zur Lösung zentraler gesellschaftlicher Aufgaben leisten“, so Prof. Dr. Andrea Bogner von der Abteilung Interkulturelle Germanistik, die das Programm entwickelt hat und betreut.

Der Verbund der lehramtsausbildenden Hochschulen in Niedersachsen hat außerdem auf Initiative der Universität Göttingen ein Kernkonzept des sogenannten Service Learning entwickelt, auf dessen Grundlage alle niedersächsischen Hochschulen ein entsprechendes Angebot aufbauen können.

Ansprechpartner

Einen Überblick über Angebote und Ansprechpartner der Universität Göttingen für Flüchtlinge gibt es im Internet. Weitere Informationen gibt es hier.

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