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Unsittliche Berührung: Bewährungsstrafe für Musiklehrer wegen sexueller Belästigung

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Von: Heidi Niemann

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Der Eingang zum Landgericht Göttingen.
Der Eingang zum Landgericht Göttingen: Dort wurde der 46-Jährige verurteilt. (Symbolbild) © Bernd Schlegel

Landgericht Göttingen verurteilt Musiklehrer wegen sexueller Belästigung einer 14-Jährigen.

Göttingen – Das Landgericht Göttingen hat einen 46-jährigen Musiklehrer aus dem Landkreis Göttingen wegen sexueller Belästigung zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr verurteilt, deren Vollstreckung zur Bewährung ausgesetzt wird.

In die Gesamtstrafe ist ein rechtskräftiges Urteil des Amtsgerichts Duderstadt einbezogen. Dieses hatte den Musiklehrer im November 2018 wegen sexuellen Missbrauchs zu einer Bewährungsstrafe von zehn Monaten verurteilt. In dem nun abgeschlossenen Prozess vor dem Landgericht war der Musiklehrer noch wegen 31 weiterer Sexualdelikte angeklagt gewesen, unter anderem wegen mehrfachen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern.

Nach Ansicht der Jugendkammer haben sich diese Tatvorwürfe jedoch nicht mit der für eine Verurteilung erforderlichen Sicherheit feststellen lassen, deshalb müsse es in diesen Fällen einen Freispruch geben. „Wir sind aber fest davon überzeugt, dass es nicht tolerierbare Übergriffe gegeben hat“, sagte der Vorsitzende Richter Michael Kalde. Insofern sei dieses Ergebnis sehr unbefriedigend.

Der seit November laufende Prozess vor dem Landgericht Göttingen fand mit Ausnahme der Urteilsverkündung unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Nach Ansicht des Landgerichts ließ sich jedoch nach umfangreicher Beweisaufnahme nur der Tatvorwurf der sexuellen Belästigung hinreichend sicher nachweisen. Der Angeklagte habe sich der betroffenen 14 Jahre alten Musikschülerin bereits vor dieser Tat mehrfach körperlich genähert, sagte der Vorsitzende Richter.

Anfang 2017 habe er ihr dann beim Unterricht mit der rechten Hand unter den Pullover und das Unterhemd gefasst, um sich sexuell zu erregen. Die Musikschülerin habe Angst gehabt und sich so angeekelt gefühlt, dass sie, als sie wieder zuhause war, ihre Kleidung ausgezogen und im Müll entsorgt habe. Die 14-Jährige sei durch diesen Übergriff völlig verunsichert gewesen.

Das Gericht setzte eine Bewährungszeit von zwei Jahren fest. Als Bewährungsauflage soll der Angeklagte, der inzwischen in Berlin lebt, 1000 Euro an die Stiftung Opferhilfe Niedersachsen zahlen. (Heidi Niemann)

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