Grünen wollen Anfrage bei Innenministerium stellen

Unstimmigkeiten zwischen Behörden: THW-Ortsverbände warten auf Baubeginn

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Zwei THW-Ortsverbände hoffen auf Neubauten: Bei einem Ortstermin in Göttingen mit dem Bundestagsabgeordneten Jürgen Trittin (2.v.r.) ging es um die Projekte. Das Bild zeigt ihn mit (von links) Sascha Völkening Yonas Schiferau THW-Geschäftsführerin Dagmar Thomitzek, Sebastian Paul und Carsten Schmidt.

Göttingen. Mit Göttingen und Osterode warten zwei THW-Ortsverbände in Südniedersachsen dringend auf Neubauten.

Durch Unstimmigkeiten zwischen den Behörden verzögert sich der Baubeginn. 

Schon seit einiger Zeit ist klar, dass beide Ortsverbände des Technischen Hilfswerks (THW) Neubauten bekommen sollen. Doch nun ist das Verfahren ins Stocken geraten: Die Oberfinanzdirektion hat das Osteroder Vorhaben geprüft. 

Dabei ist herausgekommen, dass die Projekte zwar nach neuesten Vorgaben aus dem Jahr 2013/14 – dem so genannten Musterraumbedarfsplan – geplant wurden, dieser neue Bedarfsplan aber noch gar nicht genehmigt ist. Es gibt nur einen gültigen Bedarfsplan für das THW aus dem Jahr 2008. Deshalb hat die Oberfinanzdirektion die Genehmigung bislang versagt. 

Nun befürchtet auch der Göttinger Ortsverband massive Verzögerungen. Um diese Probleme zu umgehen, hat die Bonner THW-Leitung eine Vorab-Genehmigung der beiden Projekte in Göttingen und Osterode beim Bundesinnenministerium beantragt. 

Trittin will helfen 

Bei einem Ortstermin informierte sich der Göttinger Bundestagsabgeordnete Jürgen Trittin (Grüne) über das Dilemma. Er und sein Mitarbeiter Sascha Völkening wollen das Problem nun mit einer Kleinen Anfrage beim Bundesinnenministerium angehen. Dabei soll unter anderem erfragt werden, wie lange die Genehmigung für die Projekte auf sich warten lässt. 

Trittin vergleicht den Fall mit dem neuen Berliner Flughafen: „Noch im Mai letzten Jahres hatte mir das Bundesinnenministerium mitgeteilt, dass die notwendigen Planungen laufen. Nach über einem Jahr ist aber faktisch nichts passiert.“ Eine weitere Variante wäre eine Realisierung beider Bauvorhaben mit privaten Investoren. Doch dieser Weg müsste ebenfalls noch geebnet werden. 

Carsten Schmidt, THW-Ortsbeauftragter von Osterode, bringt es auf den Punkt: „Das ist frustrierend für die Helfer. Wenn sich nichts tut, resigniert man irgendwann.“ Sowohl in Göttingen als auch in Osterode ist die bauliche Situation der Ortsverbände der Hilfsorganisation des Bundes prekär: Der Göttinger Ortsverband des Technischen Hilfswerk musste in eine Container-Unterkunft ziehen, weil das bisherige Hauptgebäude nicht mehr benutzbar war. 

Ähnlich schlimm ist es beim THW in Osterode: Dort ist schon seit mehreren Jahren das Obergeschoss des Unterkunftsgebäudes gesperrt. Die Jugendgruppe trifft sich seither in Containern, die vor dem Domizil der Helfer aufgestellt wurden. Die Göttinger THW-Geschäftsführerin Dagmar Thomitzek hofft, dass sich die Probleme bald lösen lassen. „Beide Ortsverbände brauchen die Neubauten, um eine Zukunft zu haben.“

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