HAWK-Forschungsprojekt

Unternehmensbefragung:  Bovenden ist ein vitaler Wirtschaftsstandort 

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Interessierte: Etwa 30 Vertreter aus Wirtschaft und Politik – auch Bürgermeister Thomas Brandes – waren nach Reyershausen gekommen, um sich die Projektergebnisse erläutern zu lassen und diese zu diskutieren. 

Der Flecken Bovenden ist ein vitaler Wirtschaftsstandort! So lautet das Fazit einer Unternehmensbefragung, deren Ergebnisse am Mittwoch in Reyershausen vorgestellt wurden.

Ziel des Projekts unter dem Titel „Perspektiven für den Wirtschaftsstandort Dorf“ (WiStaDo) der Fakultät Ressourcenmanagement der HAWK Göttingen ist es, Entwicklungshemmnisse und Entwicklungsperspektiven des Wirtschaftsstandortes Dorf zu analysieren. 

Zu diesem Zweck wurden zunächst Ende vergangenen Jahres alle Unternehmerinnen und Unternehmer in den Flecken Bovenden (Landkreis Göttingen) und Bevern (Landkreis Holzminden) sowie der Gemeinde Katlenburg-Lindau (Landkreis Northeim) befragt.

Befragung

In einem Bogen mit knapp 100 Fragen waren sie aufgefordert, ihre Einschätzung zur aktuellen Standortsituation abzugeben. „Auf den öffentlichen Aufruf hin haben sich 242 Unternehmen beteiligt“, berichtete Projektleiter Prof. Ulrich Harteisen. 

„Dies ist eine sehr gute Beteiligungsquote von 36 Prozent und zeigt das Interesse aus der Wirtschaft an dem Thema Wirtschaft im Dorf.“

80 Unternehmen

Aus dem Gemeindegebiet Bovenden (sieben Dörfer ohne den Ortsteil Bovenden) beteiligten sich 80 Unternehmen an der Befragung, was einer Rücklaufquote von 30 Prozent entspricht. „Auffällig ist, dass hier eine enge Verflechtung von Arbeiten und Wohnen bei den Befragten besteht“, betonte Projektmitarbeiter Dr. Tobias Behnen.

Wohn- und Arbeitsort

40 Prozent der Unternehmensstandorte lägen in einem Wohngebiet und bei 70 Prozent der Befragten befänden sich Wohn- und Unternehmensräume im selben Gebäude oder zumindest auf dem Grundstück. „Insgesamt wohnen 88 Prozent der Befragten im selben Ortsteil, in dem sich der Unternehmensstandort befindet“.

Hilfe vor Ort

Bei Problemen oder Fragen der Unternehmensentwicklung würde sich etwa jeder Dritte an den Bürgermeister oder die Gemeindeverwaltung wenden und etwa jeder Fünfte an die Hausbank. 

Kompetenter Berichterstatter: Prof. Dr. Ulrich Harteisen von der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst berichtete von den Ergebnissen der Unternehmer-Befragung. 

„Ein anderes Bild zeigt sich bei der Frage nach Unternehmensnetzwerken und regionalen Beratungsangeboten“, sagte Behnen. Diese würden nur in geringem Maße – etwa sechs Prozent – von den Befragten angenommen.

Internet ist Problem

Bei der durchaus positiven Bewertung von 22 Standortmerkmalen wie Straßenanbindung oder Betreuungsangeboten für Kinder schnitten die Qualität der Internetanbindung, die Verfügbarkeit und Qualifikation von Arbeitskräften sowie das Preisniveau der Gewerbeflächen und –räume noch am schlechtesten ab.

Wachstumskurs

Dennoch blicken die Unternehmer im Flecken Bovenden überwiegend positiv in die Zukunft. Ihrer Einschätzung nach werden 34 Prozent der Unternehmen in den kommenden fünf Jahren wachsen und 56 Prozent zumindest stabil bleiben.  per

Das Forschungsprojekt

Das Forschungsprojekt „Perspektiven für den Wirtschaftsstandort Dorf“ hat eine Laufzeit von drei Jahren (Juli 2017 bis Juni 2020) und wird gefördert aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) sowie des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur. 

Die im Herbst 2018 erfolgte Unternehmensbefragung ist neben vorangegangener Recherchearbeit und mehr als 50 geführten Interviews ein bedeutender Projektbaustein. Weitere Informationen gibt es unter http://blogs.hawk-hhg.de/wistado/

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