Abschiebung nach 30 Jahren

Unterstützer fordern Rückkehr eines aus dem Landkreis Göttingen abgeschobenen Ehepaares

Teilnehmer einer Demonstration fordern die Rückkehr eines nach Serbien abgeschobenen Ehepaares nach Deutschland
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Demonstration für ein Roma-Ehepaar: Die Teilnehmer fordern die Rückkehr nach Deutschland. Im Internet gibt es inzwischen eine Unterschriftenaktion.

Um das Schicksal eines Ehepaares, das in einer Gemeinde südlich von Göttingen gewohnt hat und nach Serbien abgeschoben wurde, ist ein Streit entbrannt.

Göttingen - Unterstützer fordern die Rückkehr nach Deutschland. Das Paar habe 30 Jahre in Deutschland gewohnt und wurde nach Serbien abgeschoben. „Dort haben sie keine Wohnung, kein Einkommen, sind beide krank, haben dort niemanden, sprechen kaum Serbisch. Die Kinder und Enkelkinder sind hier in Deutschland“, schildern Unterstützer die Situation.

Deshalb gab es in dieser Woche eine Mahnwache vor der Ausländerbehörde des Landkreises. Dort wurde auf die Problematik des Falls hingewiesen. Inzwischen wurde im Internet unter openpetiton.de eine Online-Petition für das Paar gestartet. Laut Petition sei die Abschiebung zwei Wochen vor dem Zeitpunkt erfolgt, bevor der Landkreis Göttingen öffentlich machte, am Projekt Wege ins Bleiberecht des Niedersächsischen Flüchtlingsrats teilzunehmen.

„Die beiden wären geeignete Teilnehmende für das Projekt gewesen, das langjährig in Deutschland lebenden Menschen unterstützt, einen Aufenthalt zu bekommen. Wegen der Abschiebung wurde ihnen die Chance genommen, wieder einen Aufenthalt zu bekommen“, heißt es weiter. Unterstützung bekommt das Paar auch vom Roma-Center Göttingen.

Unterdessen äußerte sich der Landkreis Göttingen zu dem Fall. „Für die Abschiebung gab es zwingende Gründe, aufgrund der Rechtslage und des Verhaltens des Paares. Ein eigenständiges Aufenthaltsrecht bestand nicht“, heißt es aus dem Kreishaus. Nach Angaben der Behörde sei die Abschiebung nach Serbien aufgrund der serbischen Staatsangehörigkeit des Paares erfolgt. (Bernd Schlegel)

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