Gründer können im Internet um Unterstützung werben

Ideenbeweger hilft Firmenchefs in Südniedersachsen beim Start

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Startschuss für den Ideenbeweger: Prof. Dr. Frank Albe, Dennis Brüntje, Michael Kiesewetter, Markus Bludau, Prof. Dr. Bernhard H. Vollmar, Mascha Albrecht. 

Göttingen/Northeim. Wer sich als Jungunternehmer mit seiner Idee durchsetzen will, braucht Unterstützung und Geld. Beides können sie ab sofort auf einer neuen und regionalen Internetplattform bekommen.

Der „Ideenbeweger“ bringt die Macher und Unterstützer zusammen. Hinter dem Projekt steckt die Private Hochschule (PFH) Göttingen. die dabei eng mit dem Südniedersachsen-Innovations-Campus (SNIC) zusammenarbeitet. Darüber gibt es kostenlose Hilfe für die Starter. 

Wer eine Idee hat, kann sie unter www.ideenbeweger.org im Internet völlig risikolos vorstellen. In der Regel haben Gründer etwa einen Monat Zeit, Unterstützer zu finden. Wenn das nicht gelingt, fallen auch keine Kosten an. Ist das Projekt erfolgreich, so werden etwa drei Prozent Provision sowie vier Prozent Transaktionskosten vom eingesammelten Betrag fällig. 

Bei der technischen Umsetzung arbeitet die PFH mit der Dresdner Crowdfunding-Plattform „Start Next“ zusammen, die das Gerüst zur Verfügung stellt. 

Ein weiterer Vorteil: Die Ideen aus Südniedersachsen werden auch in einem anderen Umfeld ausgespielt. Auf der Plattform können nicht nur Wirtschaftsunternehmen für sich werben, auch kulturelle und soziale Projekte und Unternehmen sind ausdrücklich angesprochen. 

„Mit dem Ideenbeweger möchten wir eine offene Kultur des Experimentierens in Südniedersachsen schaffen und die Mitmach-Mentalität stärken. Projektemacher aus der Region können so frühzeitig Unterstützer aus der Region ansprechen“, sagt Prof. Dr. Bernhard H. Vollmar. Für ihn ist ganz klar, dass sich die Erfolgswahrscheinlichkeit für innovative Projekte mit der Plattform deutlich steigern lässt. 

Projekt aus Northeim: Die "Powerwurst" überzeugt

Ein erstes Projekt, das Unterstützung über die Plattform suchte, ist eine Northeimer Firma, die die sogenannte „Powerwurst“ anbietet.

Gründer von "Powerwurst": Nevena Lazic und Navid Niyameimandi aus Northeim von Berwork.

Mit der „Powerwurst“ aus Northeim ist das erste Projekt aus der Region erfolgreich über die Plattform „Ideenbeweger“ gefördert worden. Mehr als 5000 Euro kamen zusammen.

Hinter dem Projekt stecken Navid Niyameimandi (23) und Nevena Lazic (31). Kennengelernt haben sie sich vor einigen Jahren im Fitnessstudio. Dabei haben sie entdeckt, dass sie die gleichen Interessen, vor allem im sportlichen Bereich und der gesunden Ernährung, haben. Navid Niyameimandi hat zwei Abschlüsse im medizinischen Bereich. Sie bilden die fachliche Grundlage, um Produkte im Fitness- und Gesundheitsbereich entwickeln zu können. Nevena Lazic hat ein abgeschlossenes BWL-Studium mit Schwerpunkt Marketing und Handel sowie Erfahrungen in den Bereichen Administration, Marketing, Vertrieb, Produktentwicklung, Planung sowie Personalführung.

„Unsere jahrelangen Erfahrungswerte, die wir im sportlichen Bereich sammeln konnten, geben uns einen versierten Überblick über bereits etablierte Fitnessprodukte“, sagen die Entwickler über sich. Im Herbst 2017 gründeten sie das Unternehmen Berwork. Im Internet stellt sich das Duo unter www.berwork.de vor. Die Fitness-Landjäger ohne Konservierungsstoffe werden in Bad Gandersheim hergestellt. Zielgruppe sind Sportler und ernährungsbewusste Wurstliebhaber.

Das Projektziel von 5000 Euro wurde jetzt erreicht. Das Geld soll in die Produktentwicklung gesteckt werden. Außerdem sollen neue Mitarbeiter gewonnen werden.

Die Würstchen sind bereits in 25 Supermärkten, darunter auch einige in Südniedersachsen und Nordhessen, erhältlich. Außerdem führen bundesweit 60 Fitnessstudios die Rinder-Wurstspezialität mit viel Protein und wenig Fett, darunter auch einige in der Region.

Die Macher von „Ideenbeweger“ hoffen, dass viele weitere Gründer aus Südniedersachsen dem Vorbild der beiden jungen Northeimer folgen. Damit die regionale Plattform ein Erfolg wird, gibt es Unterstützung von der N-Bank sowie der Volksbank Kassel-Göttingen.

Wichtiger Impuls 

Bernd Schlegel über den Ideenbeweger

Für Regionen wie Südniedersachsen ist es wichtig, dass Gründer der Wirtschaft neue Impulse geben. Deshalb ist der Ideenbeweger ein spannender Ansatz, um besonders unkonventionell an Geld für Projekte zu kommen. 

Dabei geht es aber nicht nur um die monetäre Seite: Gründer bekommen auf der Plattform eine direkte Rückmeldung, ob sich ihre Idee am Markt überhaupt durchsetzen lässt. Wenn niemand das Projekt unterstützt, dann stimmt vielleicht beim Marketing oder der Umsetzung etwas nicht. Dann können die Macher direkt reagieren und an den richtigen Schrauben drehen, damit sich doch noch Interessenten begeistern und am Ende aus der Idee doch noch ein Erfolg wird. 

Der Ideenbeweger kann also als Plattform für Südniedersachsen und darüber hinaus ein Erfolgsmodell werden, für die künftigen Unternehmer genauso wie für die Private Hochschule Göttingen. Sie stellt damit unter Beweis, dass sie smarte Lösungen für Fragen aus dem Bereich Wirtschaft anbieten kann – und das ohne viel Aufwand.

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