Besonderer Einsatz

Unterstützung für Pflegeheim in Herzberg: Malteser sagen dem Virus den Kampf an

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Schwesterntracht in Zeiten von Corona: Malteser aus Duderstadt haben eine Woche lang in der „Villa Juesheide“ in Herzberg ausgeholfen.

Solidarität für die „Villa Juesheide“: Mitarbeiterinnen der Malteser in Duderstadt haben kurzfristig in dem vom Cornavirus betroffenen Altenheim ausgeholfen.

Dort aufgrund der Infektionen Personalmangel herrschte.

In Herzberg trägt man im Kampf gegen das Virus die Farbe Blau: In dichtgeschlossenen, marineblauen Anzügen und Mundschutz sind Sandy Krüger, Anneliese Sander und Dagmar Müller (alle Namen auf Wunsch geändert) bei einer kurzen Arbeitspause an diesem Nachmittag kaum auseinanderzuhalten, und sie haben ja auch alle das gleiche Ziel: Alten, teilweise pflegebedürftigen Menschen über die Zeit der Coronakrise zu helfen und dabei die Familie und sich selbst gesund zu halten.

Seit Dienstag vergangener Woche waren die drei Mitarbeiterinnen aus der Duderstädter Malteser-Tagespflege für Menschen mit Demenz in Herzberg für eine Woche aktiv – auf Bitten des Landkreises Göttingen. Nachdem im stationären Alten- und Pflegeheim Villa Juesheide mehr als ein Dutzend Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet worden waren, mussten die infizierten von den nicht-infizierten Bewohnern getrennt werden.

Alle Pflegekräfte des Heimes waren durch die Betreuung der Coronavirus-positiven Bewohner gebunden. Die noch Gesunden verlegte die Heimleitung in den frisch renovierten Villenbau, wo sie von externen Pflegekräften betreut wurden, in der Spätschicht von den Duderstädter Maltesern. Fünf ihrer sieben Mitarbeiterinnen aus der Malteser-Tagespflege konnte Leiterin Jacqueline Haase nach Herzberg entsenden, da die Tagespflegeeinrichtung der Malteser am 18. März schließen musste.

„Wir haben hier Vollpflegepatienten und auch demente Bewohner, das volle Programm“, erklärt die ausgebildete Alltags- und Demenzbegleiterin Anneliese Sander. Wenn man bisher in der Tagespflege gearbeitet habe, sei das eine enorme Herausforderung.

Und wie sollte man den teilweise dementen Menschen die gewöhnungsbedürftige „Schwesterntracht“ erklären? „Wenn man diese Patienten ruhig und freundlich anspricht, es langsam angehen lässt, dann verstehen die das auch“, hat Gesundheits- und Krankenpflegerin Sandy Krüger beobachtet.

Schnell wurde ihnen klar: Pflegewissen allein reicht hier nicht, man muss den betagten Menschen ihre Isolation auch erklären und sie darüber hinwegtrösten – und schließlich sogar den Essensdienst übernehmen, da Küchenkräfte nicht ins Haus dürfen. „Wir machen hier alles, von der Küchenfee bis zur Psychologin“, sagt Anneliese Sander. Bei all dem mussten die Frauen auch an sich und ihre Familien denken. Sandy Krüger hat eine zweijährige Tochter und Altenpflegehelferin Dagmar Müller versorgt zuhause ihre Eltern. Trotzdem war klar: „Der Dienst am Menschen steht ganz oben, da gab es keine Diskussion.“

Die Frauen sind zusammengewachsen in diesen extremen Tagen. Da passe kein Blatt mehr dazwischen, jede stehe für die andere ein, sagen sie. Diesen Geist würdigt auch die Heimleitung. „Ganz besondere Schätze haben die Malteser da in ihrem Team“, lobt Andreas Kern, Geschäftsführer der Villa Juesheide. Und Pflegedienstleiterin Carla Heidemann betont, die Malteser hätten die Villa innerhalb der ersten Tage überhaupt erst bewohnbar gemacht und sich dabei wunderbar eingebracht. „Eine tolle Truppe!“  ana

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