Neuregelung bei den Hilfen

Unwetter: Unbedingt Versicherung gegen Naturgefahren abschließen

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In Willershausen im Landkreis Northeim wurden Grundstücke überflutet: Die Verbraucherzentrale empfiehlt unbedingt den Versicherungsschutz gegen Elementarschäden.

Göttingen. Die Ministerpräsidenten der Länder haben sich auf eine neue Regelung für staatliche Soforthilfen bei Unwetterschäden verständigt. Hausbesitzern wird geraten, sich gegen Naturgefahren abzusichern.

Dazu rät die Verbraucherzentrale Göttingen mit Blick auf das aktuelle Hochwasser. Bei extremen Unwetterschäden wird es auch weiterhin eine staatliche Soforthilfe geben: Davon profitieren sollen aber nur die Bürger, die sich zuvor erfolglos um eine Elementarschadensversicherung bemüht haben oder denen ein Vertragsangebot zu wirtschaftlich unzumutbaren Bedingungen angeboten wurde.

Zusätzliche Absicherung

Die Göttinger Verbraucherzentrale rät deshalb angesichts der jüngsten Ereignisse allen Hausbesitzern, sich auf jeden Fall um die zusätzliche Absicherung ihrer Wohngebäude auch gegen Naturgefahren zu kümmern. „In Niedersachen haben nur etwa 16 Prozent aller Gebäudeeigentümer eine Wohngebäudeversicherung, die auch vor extremen Wetterereignissen wie Starkregen, Überschwemmung und Hochwasser schützt“, sagt Andreas Gernt, Versicherungsexperte der Verbraucherzentrale.

„Vielen Hausbesitzern ist überhaupt nicht bewusst, dass im Rahmen der Wohngebäudeversicherung in der Regel nur die Gefahren durch Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel versichert sind und Elementarschäden extra versichert werden müssen.“

Eine Elementarschadenversicherung wird meist als optionaler Zusatzbaustein zu einer Hausrat- und Wohngebäudeversicherung angeboten. Wer sich dafür entscheidet, ist auch vor den finanziellen Folgen von Naturereignissen wie zum Beispiel Starkregen, Überschwemmung, Rückstau, Erdbeben, Erdsenkung, Erdrutsch, Schneedruck, Lawinen und Vulkanausbrüchen geschützt.

„Gerade Starkregenereignisse können überall und zu jeder Zeit auftreten. Wer sich dann nicht gegen Elementarschäden abgesichert hat, steht im Schadensfall möglicherweise vor dem Ruin“, sagt Gernt. Die Verbraucherzentrale rät daher allen Hausbesitzern zu überprüfen, ob in bestehenden Verträgen das Elementarschadenrisiko bereits mit abgesichert ist. Falls nein, sollten Änderungsangebote vom bisherigen Versicherungsunternehmen angefordert werden. Auch Vergleichsangebote von anderen Versicherern sind nützlich.

„Denn nur wer später belegen kann, dass kein Versicherer bereit gewesen ist, das Objekt überhaupt gegen Naturgefahren zu versichern oder die Versicherungsprämie unerschwinglich hoch gewesen ist, wird zukünftig auf staatliche Soforthilfe hoffen können“, resümiert der Versicherungsexperte der Verbraucherschützer.

Schäden müssen sofort der Versicherung gemeldet werden

Geschädigte sollten nach dem Hochwasser unbedingt einige wichtige Regeln bei der Regulierung mit der Versicherung beachten.

Sofort melden: Versicherungsnehmer sollten ihre Versicherung so schnell wie möglich über einen Schadenfall zu informieren. Eine detaillierte Aufstellung der Schäden kann später nachgereicht werden.

Folgeschäden vermeiden: Versicherungsnehmer sollten „alles Zumutbare“ tun, um den Schaden so gering wie möglich zu halten – zum Beispiel beschädigte Dachfenster mit einer Plane abdecken, Wasser abpumpen oder Einrichtungsgegenstände aus dem Keller, sofern ohne Gefährdung möglich, in Sicherheit bringen.

Dokumentieren: Versicherungsnehmer sollten Schäden in Fotos und Videos genau festhalten.

Rücksprache: Bevor Versicherungsnehmer eine Reparatur in Auftrag geben, sollten sie unbedingt Rücksprache mit dem Versicherer halten, so die Gothaer Versicherung.

Archivieren: Quittungen, beispielsweise von Reparaturarbeiten, sollten für die Steuererklärung aufgehoben werden. 

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