Göttingens Wahrzeichen jetzt auch als Theaterstück 

Uraufführung von "Gänseliesel träumt": Märchen bekommt viel Applaus

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Intensives Spiel: (von links) Roman Majewski, Christina Jung, Benedikt Kauff, Dorothée Neff und Florian Donath.

Göttingen. Das Wahrzeichen der Stadt Göttingen ist das Gänseliesel. So hat die Stadt nicht nur den Gänseliesel-Brunnen, sondern auch das Gänseliesel-Fest. Jetzt gibt es das Gänseliesel auch im Theater.

Das Märchen „Gänseliesel träumt“ wurde am Freitag im Deutschen Theater uraufgeführt. Ein Märchen über die Gänsemagd ist dem Theaterschaffenden Jürgen Popig als Auftragsarbeit aus der Feder geflossen. Drei Töchter eines alten Königs sollen ihm ihre Liebe beschreiben. Derjenigen, die ihn am meisten liebt, will er das Königreich übergeben. Die eine Tochter – wohlbeleibt – liebt den Vater wie das Beste aus der Küche. Die zweite hat ihn lieb wie sechs Richtige im Lotto. Der dritten, Elisabeth, fällt es schwer, ihre umfassende Liebe in Worte zu fassen. Weil sie das oft fehlende Salz als passend für ihre Zuneigung findet, verstößt der Vater sie – aus Unverständnis. Sein Reich vermacht er den anderen Schwestern.

Elisabeth muss sich als Gänsemagd verdingen und lernt die Welt jenseits der Schlossmauern kennen. Dort trifft sie auf Hans im Glück. Für ihn ist Besitz nicht mehr als Ballast.

Intendant Erich Sidler hat das Weihnachtsmärchen als Allgenerationen-Stück inszeniert und entführt die Familien in eine Welt voller Wunder. Da gibt es den tanzenden Narren, Hexen, eine singende Säge.

In der Märchenwelt herrscht viel Gemeinheit. Die Magd nimmt die Prinzessinnenkleider und damit alle Privilegien an sich. Die begünstigten Töchter erweisen sich als herzlos bei der Pflege ihres alten Vaters. Doch wie im Märchen endet alles glücklich.

Bis es soweit ist, müssen die Akteure immer wieder in neue Rollen schlüpfen. Überzeugend falsch gelingen Benedikt Kauff und Anja Bothe die verlogenen Schwestern, Kauffs Prinz Klotz ist an Dummheit kaum zu überbieten. Wie Anja Bothe gibt Kauff auch eine Hexe.

Auch die „Gans-oder-gar-nicht-Band“ mit Anton Säckl (Klarinette, Piccoloflöte), Sven von Samson (Perkussion) und Michael Frei (Gänseleier, große Trommel) wird ins Szenarium eingebunden. Mit angesteckten Ohren wird Frei zum Pferd Falada von der Prinzessin. Dorothée Neff ist „Prinzessin Gänseliesel“ und zeigt sie als eine, die sich treu bleibt: Nur auf Druck ihrer Magd (Christina Jung) muss sie in der Geschichte die Kleider tauschen. Weggespielt wird bei der Premiere eine Reißverschlusspanne.

Die Bühnenbildnerin Heike Hasse hat den Baustil aus dem Zuschauerraum auf der Bühne nachempfunden. So können sich die Zuschauer als Mitspieler fühlen. Auf der Suche nach der Prinzessin kommen Hans (Florian Donath) und der König (Roman Majewski) sogar zu ihnen, alle Kinder dürfen bei der Suche helfen. Mit Kopfkissen-Gänsen auf der Blumenwiese sind in der Choreografie von Valenti Rocamora i Torà nach der Musik von Michael Frei märchenhaft schöne Bilder entstanden. Bei der Premiere mit dem Autor gab es langanhaltenden Applaus.

Weitere Vorstellungen am 6.11.,15 Uhr, sowie am 28.11. und 4.12., jeweils um 18 Uhr. Karten und Infos: Tel. 0551 /496911 und unter www.dt-goettingen.de.

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