Bundesgerichtshof verwirft Revision

Vatermord: Es bleibt bei fünf Jahre Haft für 17-jährigen Schüler

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Tatort: Der Turm der Diemardener Warte am südlichen Stadtrand von Göttingen-Geismar.

Göttingen/Gleichen. Ein heute 17-jähriger Schüler aus Göttingen muss endgültig für fünf Jahre in Jugendhaft, weil er seinen Vater erschossen hat.

Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) entschieden. Der BGH habe die Revision des Angeklagten gegen das erstinstanzliche Urteil des Landgerichts Göttingen als unbegründet verworfen, teilte eine Justizsprecherin am Mittwoch mit. Damit ist das Urteil rechtskräftig.

Das Landgericht hatte den Schüler am Ende des Prozesses im Oktober vergangenen Jahres des Mordes für schuldig befunden. Die Kammer sah es als erwiesen an, dass der Jugendliche seinen Vater, zu dem kaum Kontakt bestanden habe, mit vier Schüssen aus einer Pistole getötet hatte. Spaziergänger hatten die Leiche des 58-Jährigen im April 2017 in der Feldmark an einem mittelalterlichen Beobachtungsturm im Bereich der so genannten Diemardener Warte in der Gemeinde Gleichen gefunden.

Nach Überzeugung des Gerichts befand sich der Angeklagte zum Zeitpunkt der Tat in einem psychischen Ausnahmezustand.

Die Polizei hatte den zur Tatzeit 16 Jahre alten Gymnasiasten wenige Stunden nach Entdeckung der Leiche an seinem Wohnort in Göttingen festgenommen. Die Ermittler hatten damals mitgeteilt, dass das Tatmotiv vermutlich „im innerfamiliären Bereich“ liege.

Nach seiner Festnahme wurde der Schüler zunächst in einer psychiatrischen Klinik untergebracht und kam dann aufgrund eines Haftbefehls des Amtsgerichts Göttingen in die Jugendanstalt Hameln in Untersuchungshaft.

Da der Angeklagte noch Jugendlicher war, fand die komplette Verhandlung unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Eine Gerichtssprecherin hatte damals lediglich mitgeteilt, dass der 17-Jährige am ersten Prozesstag in einer mehrstündigen Einlassung ein Geständnis abgelegt und sich auch zu der Vorgeschichte und den Hintergründen der Tat geäußert habe.

Mit seinem Urteil folgte das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die ebenfalls eine Jugendstrafe von fünf Jahren gefordert hatte. Die Nebenklagevertreter hatten sich diesem Antrag angeschlossen. Die Verteidigung hatte dagegen auf Freispruch wegen Schuldunfähigkeit plädiert.

Gewaltverbrechen: 58-Jähriger tot aufgefunden

Tötungsdelikt Diemardener Warte Göttingen Schildweg Haus des Verdächtigen
Ein Haus am Schildweg in Göttingen: Hier gab es am Freitag einen Polizeieinsatz. Laut Polizei wurde ein Tatverdächtiger festgenommen.  © Rampfel
Tötungsdelikt Diemardener Warte Göttingen Schildweg Haus des Verdächtigen
Ein Haus am Schildweg in Göttingen: Hier gab es am Freitag einen Polizeieinsatz. Laut Polizei wurde ein Tatverdächtiger festgenommen.  © Rampfel
Tötungsdelikt Diemardener Warte Göttingen Schildweg Haus des Verdächtigen
Ein Haus am Schildweg in Göttingen: Hier gab es am Freitag einen Polizeieinsatz. Laut Polizei wurde ein Tatverdächtiger festgenommen.  © Rampfel
Tötungsdelikt Diemardener Warte Göttingen Schildweg Haus des Verdächtigen
Die Diemardener Warte: Hier wurde der 58-jährige Tote gefunden. Direkt an den Turmmauern waren noch Blutreste zu finden.  © Rampfel
Tötungsdelikt Diemardener Warte Göttingen Schildweg Haus des Verdächtigen
Die Diemardener Warte: Hier wurde der 58-jährige Tote gefunden. Direkt an den Turmmauern waren noch Blutreste zu finden.  © Rampfel
Tötungsdelikt Diemardener Warte Göttingen Schildweg Haus des Verdächtigen
Die Diemardener Warte: Hier wurde der 58-jährige Tote gefunden. Direkt an den Turmmauern waren noch Blutreste zu finden.  © Rampfel

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