Aufgepasst beim Shopping im Netz

Verbraucherschützer warnen vor unseriösen Praktiken beim Online-Shopping

Unseriöse Shops im Internet: Die Maschen von Anbietern, die bei Kunden Geld abzocken wollen, werden laut Verbraucherzentrale immer ausgefeilter. 
Symbolbild: Jens Büttner/dpa
+
Unseriöse Shops im Internet: Die Maschen von Anbietern, die bei Kunden Geld abzocken wollen, werden laut Verbraucherzentrale immer ausgefeilter. (Symbolbild )

Online-Shopping liegt während der Corona-Krise im Trend. Das haben auch Betrüger erkannt. Sie versuchen, mit Fake-Shops an das Geld der Verbraucher zu kommen.

Göttingen – Die gefälschten Internet-Verkaufsplattformen, die Online-Käufer abzocken wollen, sorgen immer wieder für Ärger. „Kunden informieren uns tagtäglich über unseriöse Online-Anbieter“, macht Kathrin Körber, Rechtsexpertin der Verbraucherzentrale in Göttingen, deutlich. „Dabei ist festzustellen, dass es Verbraucher aller Altersgruppen und aller Bildungsschichten trifft.“

Aufs Impressum achten

Das ist kein Wunder: Waren Fake-Shops vor ein paar Jahren noch an mangelhaftem Deutsch oder einem unvollständigen Impressum zu erkennen, müssen Kunden heute ganz genau hinschauen, um sie zu enttarnen. „Skepsis ist beispielsweise angebracht, wenn die Internetadresse des Shops mit den angebotenen Produkten nicht zusammenpasst“, warnt Körber. Betrüger kapern häufig alte Websites.

Auf ehemaligen Handwerkerseiten werden dann etwa Spielekonsolen angeboten. Außerdem sollten Verbraucher immer prüfen, wer hinter einem Angebot steckt. „Ist nicht erkennbar, wer der Vertragspartner ist, fehlen Kontaktdaten oder Firmennamen, sollten sie erst gar nicht bestellen.“ Warnsignale, die auf Fake-Shops hinweisen, können neben den Ungereimtheiten bei der Internetadresse, der Zwang zur Vorkasse, ein auffallend günstiger Preis, falsche Gütesiegel, frei erfundene oder von anderen Seiten kopierte Geschäftsbedingungen oder Auffälligkeiten beim Impressum sein. Das muss eine Geschäftsadresse, den Verantwortlichen und eine E-Mail-Adresse enthalten.

Anbieter aus Fernost

Ein weiteres Problem: Auf den virtuellen Marktplätzen tummeln sich immer mehr Anbieter aus Fernost. Europäische Kundenrechte sind in diesem Fall nicht durchsetzbar. So wird ein Widerruf teils ganz ausgeschlossen oder nur bis zur Übergabe des Produkts in die Versandabteilung gewährt. Auch hohe Rücksende- oder Zollkosten können auf die Verbraucher zukommen. „Kunden sollten unbedingt einen Blick in die Allgemeinen Geschäftsbedingungen werfen. Die AGB zu lesen ist zwar unbequem, kann aber böse Überraschungen verhindern“, macht Körber deutlich.

Vorsicht beim Bezahlen

Umsichtig sollten Verbraucher auch beim Bezahlen und Umgang mit persönlichen Daten sein. „Datenklau findet meist im Internet statt. Kunden sollten sich immer fragen, ob die geforderten Daten wirklich notwendig sind und sie grundsätzlich nur auf verschlüsselten Internetseiten eingeben“, rät Körber.

Allerdings sagt das Vorhängeschloss im Browser nichts über die Seriosität der Seite aus. Manche Websites werden laut Verbraucherzentrale nur betrieben, um Kundendaten abzugreifen und damit andere Kaufverträge zu schließen. „Die Betrüger erhalten dann die Ware und der Verbraucher die Rechnung“, so die Rechtsexpertin.

Anzeige erstatten

Wichtig sei in diesem Fall, dass Betroffene aktiv werden und auf jede Forderung reagieren. Außerdem sollten sie Strafanzeige bei der örtlichen Polizei stellen und Banken- sowie Kreditinstitute, Händler und auch Auskunfteien über den Identitätsmissbrauch informieren und so Alarm schlagen. (Von Bernd Schlegel)

Terminhinweis: Telefon-Aktion zu Fake-Shops und Identitätsklau am Donnerstag, 3. Dezember, von 10 bis 17 Uhr unter Tel. 0511/91126-24. Mehr Infos gibt es auch bei der niedersächsischen Verbraucherzentrale.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.