Portale für Gebrauchtes locken Betrüger

Verbraucherzentrale: Beim Verkauf im Internet gibt es neue Fallen

Zahlungsdienstleister PayPal
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Zahlungsdienstleister PayPal: Er ist für die Abwicklung von Geschäften im Internet beliebt. Doch bei der Nutzung gibt es auch Fallen.

Das ist einfach und bringt ein paar Euro extra: Online-Portale, wie eBay-Kleinanzeigen, machen es leicht, auch in der Corona-Krise Gebrauchtes zu verkaufen. Das lockt aber auch Betrüger an. Die Verbraucherzentrale Göttingen warnt deshalb vor neuen Varianten.

Göttingen – Ein Verbraucher hatte sein Smartphone bei eBay-Kleinanzeigen eingestellt, woraufhin sich ein deutschsprachiger Interessent aus Italien bei ihm meldete. Auf Wunsch des Käufers einigten sich beide auf die Zahlungsmethode per Banküberweisung.

Der Verbraucher gab seinen vollständigen Namen, seine Handynummer, seine IBAN und E-Mail-Adresse weiter. Die anschließenden Verkaufsgespräche führten sie über den Messenger-Dienst WhatsApp. Obwohl der Verbraucher mitteilte, das Paket erst dann loszuschicken, wenn das Geld auf seinem Konto eingegangen sei, erhielt er einige Stunden später eine E-Mail einer angeblichen italienischen Bank.

Diese forderte ihn auf, die Sendungsverfolgungsnummer der verschickten Ware vorzulegen, damit sie anschließend das Geld des Käufers auf das Konto des Verbrauchers überweisen könne. Zum Glück kam der Verbraucher dieser Forderung nicht nach, sondern gab der Verbraucherzentrale einen Hinweis auf diesen Betrugsfall.

Laut Verbraucherschützer macht die E-Mail der Bank einen authentischen Eindruck, ist aber eine geschickte Fälschung. Indem der Verbraucher nicht weiter darauf einging, hat er alles richtig gemacht. „Wichtig ist es, misstrauisch zu sein und sich nicht unter Druck setzen zu lassen. Verbraucher sollten bei solchen Fällen durchaus überlegen, Strafanzeige zu stellen“, sagt Kathrin Körber, Rechtsexpertin der Verbraucherzentrale in Göttingen.

Kathrin Körber: Rechtsexpertin der Verbraucherzentrale

Die Verbraucherschützer raten deshalb: Käufe sollten immer direkt auf der Plattform selbst und nicht über Nebenschauplätze abgewickelt werden, wie in diesem Fall über WhatsApp. Auch Datensparsamkeit ist beim Online-Handel immer ein wichtiges Stichwort. „Je weniger persönliche Daten übermittelt werden, desto geringer ist das Risiko, einem Datenmissbrauch zum Opfer zu fallen“, macht Körber deutlich.

Gefälschte Bank-E-Mails sind übrigens keine Seltenheit, wie eine andere Variante zeigt: So wurde ein Verbraucher per E-Mail von der angeblichen „Royal Bank“ darüber informiert, dass der Kaufpreis inklusive Abholkosten vom Konto des Käufers abgebucht wurde. Die „Royal Bank“ forderte den Verbraucher weiter auf, die Abholkosten per Online-Geldtransfer-Service an das angebliche Transportunternehmen im Ausland zu senden, damit dies dann die Ware für den Käufer abholt.

Ein weiterer Trick: Beim Zahlungsdienstleister PayPal wird häufig die Bezahloption „Geld an Freunde und Familie senden“ missbraucht. Ganz wichtig: Bei dieser Option greift der PayPal-Käuferschutz nicht. Im Betrugsfall bleibt die Ware aus, das Geld ist weg und die Betrüger haben ihr PayPal-Konto möglicherweise schon längst aufgelöst.

Kontakt: Verbraucherzentrale Niedersachsen, Telefonberatung jeweils montags, dienstags und donnerstags von 10 bis 17 Uhr sowie freitags 10 bis 14 Uhr unter der Rufnummer 05 11/9 11 96 96.

vzniedersachsen.de

(Bernd Schlegel)

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