Immer mehr Beschwerden über Unternehmen aus dem Ruhrgebiet

Göttingen: Schlüsselnotdienst zockt ab - 700 Euro für Türöffnung

Göttingen. Bei der Verbraucherzentrale Göttingen häufen sich in jüngster Zeit Beschwerden über den „Schlüsselnotdienst Tag und Nacht“ aus Essen beziehungsweise Dortmund.

„Zum Teil werden hier über 700 Euro für eine Türöffnung verlangt und von den Betroffenen gezahlt. Auch kommt es vor, dass die Verbraucher dazu gedrängt werden, die Rechnungen direkt vor Ort zu begleichen“, sagt Annette Leditschke-Friederichs von der Verbraucherzentrale in Göttingen. Doch ist das Geld erst einmal weg, wird es für die geprellten Kunden äußerst schwierig, vorgerichtlich zu ihrem Recht zu kommen.

Dabei gibt es einfach Tipps, damit man den Schlüsseldienst erst gar nicht braucht:

• Ersatzschlüssel beim Nachbarn oder Freunden deponieren;

• Schon jetzt bei Freunden, Polizei oder einem Branchenverband nach einem seriösen Anbieter vor Ort erkundigen;

• Besondere Vorsicht ist bei kostenpflichtigen 0900-Nummern und Firmen geboten, die mit „AAA“ beginnen. Letztere nennen sich lediglich so, um möglichst weit vorn im Branchenbuch zu stehen.

• Wenn man trotzdem einen Schlüsseldienst braucht, sollte man einen kühlen Kopf bewahren

• Manchmal kann es günstiger sein, außerhalb der eigenen Wohnung zu übernachten, als nachts oder am Wochenende den Schlüsseldienst zu rufen. Selbst ein Hostel oder Hotel kann billiger sein. Tagsüber an einem normalen Werktag sind die Schlüsselnotdienste dann wieder günstiger.

• Ungeprüft sollten keine Rechnungen unterschrieben und beglichen werden. Eine Richtschnur hinsichtlich der Höhe bieten die Empfehlungen des Bundesverbandes Metall. Danach kann eine einfache Türöffnung werktags zwischen 8 und 18 Uhr eine Pauschale von etwa 80 Euro kosten.

• Abends, nachts, an Wochenenden oder Feiertagen können es schon um die 200 Euro und mehr sein. Nicht zuletzt hängt die Höhe auch von der Art der Türöffnung und dem damit verbundenen Aufwand ab.

• Schüchtern Schlüsseldienstmitarbeiter Kunden ein oder sprechen Bedrohungen aus, sollten Betroffene sich nicht davor scheuen, die Polizei zu rufen. „Nötigung ist strafbar“, sagen die Verbraucherschützer.

Betroffene können sich bei der Verbraucherzentrale Göttingen, Jüdenstraße 3, montags und donnerstags von 10 bis 18 und dienstags von 10 bis 14 Uhr beraten und informieren lassen.

Rubriklistenbild: © Rubrikenlistenbild: dpa

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