Verdi-Nacht in der Stadthalle: "O sole mio" als Zugabe

zäl123 Verdi-Nacht in Göttingen: Für die Mitglieder des Ensembles gab es nach dem Konzertabend viel Applaus.

Göttingen. Bei den funkelnd-spritzigen Zugaben „Funiculì, Funiculà“ und „O sole mio“ zur Giuseppe-Verdi-Nacht in der Göttinger Stadthalle löste sich die Anspannung des Ensembles sichtlich.

Die Solisten lebten ihr komödiantisches und sängerisches Können aus, und es gab für alle lang anhaltenden, herzlichen Applaus der knapp 400 begeisterten Besucher.

„Es war ein Schock für uns alle, als heute Morgen unser Star, Mario Lanzas Enkelsohn Cristian Lanza, wegen einer Grippe Singverbot bekam. Wir mussten in aller Eile das Repertoire umstellen“, verriet der Tour-Manager in der Pause gegenüber der HNA. Cristian Lanza befand sich zwar hinter der Bühne und hatte wenigstens die Moderationen übernehmen wollen, aber auch das untersagte der Arzt.

Zu den Höhepunkten des Göttinger Abends gehörte das „Ave Maria“ der Desdemona aus „Otello“, gesungen von Silvia Rampazzo, die mit Tränen in den Augen den Beifall entgegennahm. Ihr voller, auch in der Höhe müheloser Sopran gefiel auch in ihren anderen Partien.

Die Stärke von Bariton Giulio Boschetti sind offenbar dramatische Arien wie „Cortigiani“ aus „Rigoletto“. Die Tenor-Partie des Germont in „Traviata“ dagegen brachte ihn an die Grenzen seiner Stimme. Seinen Charme durfte er erst in den Zugaben zur Geltung bringen.

Neu gegenüber dem gedruckten Programm war die große Arie der Violetta aus dem ersten Akt der „Traviata“. Sopran Ina Kamarian erntete für ihre Leistung Beifall und Bravo-Rufe. Bass-Bariton Jaroslaw Zawartko sprang ebenfalls in einigen neuen Szenen solistisch ein.

Verdi-Nacht in der Stadthalle

Gegenüber großen Bühnen waren Chor und Orchester der Milano Festival Opera vergleichsweise klein. Dirigent Silvano Frontalini, der wegen der kurzfristigen Umstellungen gelegentlich nach den richtigen Noten suchen musste, schuf aus diesem Material schöne, klar strukturierte und transparente Musik, auch bei oft gehörten „Schlagern“ wie „Va pensiero“, dem Gefangenenchor aus „Nabucco“. Der Chor überzeugte stimmlich und auch darstellerisch. Einige Damen und Herren fielen mit kleinen, eigenen Szenen am Rande des großen Geschehens angenehm auf. So wurde es trotz der Erkrankung des Stars die angekündigte „Große Giuseppe-Verdi-Nacht“.

Von Anne-Lise Eriksen

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