Verständigung zwischen Deutschen und Franzosen

Verdienstorden für Brückenbauerin Christa Neifeind aus Göttingen

Mit dem Bundesverdienstorden wurde Christa Neifeind ausgezeichnet. Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler nahm die Ehrung vor.
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Mit dem Bundesverdienstorden wurde Christa Neifeind ausgezeichnet. Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler nahm die Ehrung vor.

Für ihre außerordentlichen Verdienste um die deutsch-französische Verständigung ist die Göttingerin Christa Neifeind im Saal des Alten Rathauses mit dem Bundesverdienstorden ausgezeichnete worden.

Göttingen – „Hier wird heute die Richtige geehrt“, betonte Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler, der die Ehrung stellvertretend für Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, der die Urkunde unterzeichnet hat, vornahm. „Menschen wie Christa Neifeind kann es gar nicht genug geben“, lobte Köhler. „Und wir sind froh, Sie hier in Göttingen zu haben.“

In seiner Laudatio hob der Oberbürgermeister das außerordentliche Engagement der 78-Jährigen hervor. „Sie hat als Lehrerin des Hainberg-Gymnasiums die Stadt bei Schüleraustauschen und bei Bürgerreisen unterstützt und damit viel für die deutsch-französischen Freundschaft getan“, sagte er. Dabei sei es ihr vor allem wichtig gewesen, dass junge Menschen ein Frankreich abseits bestehender Vorurteile und Vorbehalte kennenlernen. „Außerdem hat sie ein besonderes Augenmerk auf die kulturelle Verständigung zwischen beiden Ländern gelegt“, so Köhler.

Bereits vor zweieinhalb Jahren war Christa Neifeind für ihre außerordentlichen Verdienste um die deutsch-französische Zusammenarbeit im Bereich Bildung von der französischen Botschafterin Anne-Marie Descôtes in Berlin mit dem wichtigen „Ordre des Palmes académiques“ ausgezeichnet worden. Im Laufe der Jahre war es der langjährigen Vorsitzenden der Deutsch-Französischen-Gesellschaft Göttingen (DFG) nicht nur gelungen, deren Mitgliederzahl von anfangs 27 im Jahr 2009 auf mehr als 80 zu verdreifachen. Sie holte auch bekannte französische Schriftsteller wie Philippe Claudel oder Delphine de Vigan für Lesungen und Gespräche nach Göttingen – ein Veranstaltungsformat, das in Frankreich nicht allzu verbreitet ist. „Wenn wir Europa wollen, reicht es nicht, dass unsere Politiker Sommerreden halten“, hatte sie einst in einem Interview gesagt. Auch die Kulturschaffenden müssten sich auf den Weg machen, um durch die Kenntnis der Kultur die Verbindung zu intensivieren. Und mit genau diesem Appell habe sie sich seinerzeit an die Autoren gewandt.

Neifeinds Faszination für die französische Sprache und Kultur entstand schon als Jugendliche. Bereits in jungen Jahren und damit sehr früh für ihre Generation sei sie regelmäßig nach Frankreich gefahren und habe dort prägende Erlebnisse gehabt, die schließlich zu einem Französischstudium führten. Noch heute zehre sie von dem Netzwerk, das dabei über die Jahre entstanden ist.

„Als ich die Nachricht von dieser Auszeichnung bekam, war ich doch sehr überrascht“, sagte Christ Neifeind, nachdem Oberbürgermeister Köhler ihr den Orden ans Revers gesteckt hatte. Sie freue sich sehr darüber, auch wenn es nie zu ihren Lebensaufgaben gezählt habe, sie irgendwann tatsächlich verliehen zu bekommen. (Per Schröter)

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