23.500 Euro abkassiert

Gabelstapler als Schnäppchen: Mann steht wegen Betrugs vor Gericht

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Vermeintliche Schnäppchen: Ein Angeklagter wollte angeblich günstige Gabelstapler verkaufen. Die Vorkasse behielt der Mann ein.

Göttingen. Ein mehrfach vorbestrafter Kraftfahrer muss sich seit Dienstag wegen einer weiteren Betrugsserie vor dem Landgericht Göttingen verantworten.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 47-Jährigen gewerbsmäßigen Betrug im besonders schweren Fall vor.

Der Angeklagte, der in den vergangenen 20 Jahren immer wieder durch Betrugsdelikte aufgefallen ist und bereits diverse Haftstrafen abgesessen hat, soll zwischen Mai 2014 und Januar 2015 gezielt Personen kontaktiert haben, die im landwirtschaftlichen Bereich oder im Baugewerbe tätig sind. Er gab an, ihnen äußerst preisgünstig Gabelstapler und andere Geräte beschaffen zu können.

Um das vermeintliche gute Geschäft schnell abwickeln zu können, sollten die Interessenten eine Vorauszahlung leisten. Zehn von ihnen ließen sich darauf ein und übergaben ihm Beträge zwischen 500 und 5000 Euro. Danach sahen sie den Angeklagten nie wieder, das Gerät wurde nie geliefert. Insgesamt soll der 47-Jährige mit dieser Masche 23.500 Euro abkassiert haben.

Zum Prozessbeginn räumte er alle Vorwürfe ein. 80 Prozent des Geldes habe er in Spielhallen gelassen, sagte er. Er habe während seiner vorherigen Strafhaft eine Therapie machen wollen, um seine Spielsucht in den Griff zu kriegen. Dies habe man ihm dort jedoch verwehrt. Als die Polizei ihn im Februar festnahm, war er gerade wieder in einer Spielothek gewesen.

Für seine Betrugsmasche nutzte er fünf verschiedene Mobilfunknummern. Einige der kontaktierten Personen kannte er von Disco-Besuchen, andere Adressen habe er durch Internet-Recherchen herausgefunden. Er habe „immer die gleiche Story“ erzählt, sagte der 47-Jährige. Er gaukelte den Angerufenen vor, dass er aufgrund seiner beruflichen Kontakte günstig landwirtschaftliche Geräte erwerben und an sie weiterverkaufen könne.

Zehn Interessenten aus den Landkreisen Göttingen und Northeim wollten das vermeintliche Schnäppchen machen und übergaben ihm für den Ankauf eines Gabelstaplers oder Mini-Baggers Geldbeträge von bis zu 5000 Euro bar auf die Hand.

Ein Kaufinteressent soll dabei versucht haben, ihn über‘s Ohr zu hauen: Statt der quittierten 1800 Euro habe er nur 1500 Euro erhalten, sagte der 47-Jährige.

Nachdem er die vermeintliche Anzahlung kassiert hatte, soll er dann weder telefonisch noch unter der von ihm angegebenen Adresse erreichbar gewesen sein. Der Prozess wird fortgesetzt.

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