Urteil des Landgerichts Göttingen

Vergewaltigungen und Schläge in der Beziehung: Lange Haftstrafe für 46-Jährigen

Gerichtsgebäude in Göttingen: Landgericht und Amtsgericht Göttingen am Maschmühlenweg.
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Der Eingang zum Landgericht Göttingen: Dort wurde der 46-Jährige verurteilt. (Archivfoto)

Das Landgericht Göttingen hat einen 46 Jahre alten Mann wegen Vergewaltigung in zwei Fällen sowie zweifacher Körperverletzung zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von vier Jahren und drei Monaten verurteilt.

Göttingen – Die Kammer befand den aus dem Irak stammenden Angeklagten für schuldig, zwischen Januar 2017 und Januar 2018 seine damalige Lebensgefährtin in Göttingen jeweils in zwei Fällen vergewaltigt und geschlagen zu haben. Da die Taten schon sehr lange zurückliegen, entschied das Gericht, dass wegen der überlangen Verfahrensdauer drei Monate der Haftstrafe als verbüßt gelten.

Die Verhandlung hatte unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattgefunden, erst zur Urteilsverkündung waren Besucher zugelassen. Der Angeklagte selbst hatte alle Vorwürfe abgestritten und erklärt, dass die sexuellen Handlungen einvernehmlich gewesen seien.

Vorsitzender Richter Tobias Jakubetz

Die Kammer hatte am Ende der Beweisaufnahme jedoch keinerlei Zweifel, dass er seine damalige Partnerin zweimal gegen ihren Willen zum Geschlechtsverkehr gezwungen hat, einmal unter Anwendung von Gewalt. Dies sei eines der eindeutigsten Vergewaltigungsverfahren der vergangenen Jahre gewesen, sagte der Vorsitzende Richter Tobias Jakubetz. In diesem Fall habe auch nicht Aussage gegen Aussage gestanden. Vielmehr hätten sich die Vorwürfe durch weitere Zeugenaussagen sowie ein aussagepsychologisches Gutachten und die Befunde der Rechtsmedizin bestätigt.

Das aussagepsychologische Gutachten kam zu dem Ergebnis, dass die Angaben der Ex-Partnerin erlebnisfundiert seien. Ein Rechtsmediziner hatte Fotos der Polizei und der Universitätsmedizin analysiert, die nach der zweiten Vergewaltigung im Januar 2018 angefertigt worden waren. Er kam zu dem Schluss, dass die Verletzungen zu den Schilderungen der Nebenklägerin passten. Ihren Angaben zufolge hatte der Angeklagte sie damals als Hure beschimpft, aufs Bett geworfen und dort mit der Hand auf dem Hals festgehalten. Anschließend habe er sie vergewaltigt. Sie habe sich vergeblich mit Tritten und Kratzen dagegen zu wehren versucht.

Das Gericht sah es außerdem als erwiesen an, dass der Angeklagte einige Wochen zuvor bei zwei Vorfällen auf sie eingeschlagen hatte. Beide Male hatte sie zuvor in einer Gaststätte in Göttingen Bekannte getroffen. (Heidi Niemann)

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