Curt Flatows „Der Mann, der sich nicht traute“

Vergnügliche Premiere im Göttinger Theater im OP: Der Ehe-Feind im Standesamt

Beim Stück „Der Mann, der sich nicht traut“ im Göttinger Theater im OP hat Klaus-Ingo Pißowotzki am Theater Regie geführt. Das Szenenbild zeigt (von links) Florian Hallaschka als „Wolfgang Jäger“, Monika Giro als „Julia“, Ben Arnold als „Ulrich“ sowie Yasemin Dittmann als „Gaby“.
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Beim Stück „Der Mann, der sich nicht traut“ im Göttinger Theater im OP hat Klaus-Ingo Pißowotzki am Theater Regie geführt. Das Szenenbild zeigt (von links) Florian Hallaschka als „Wolfgang Jäger“, Monika Giro als „Julia“, Ben Arnold als „Ulrich“ sowie Yasemin Dittmann als „Gaby“.

Einen höchst unterhaltsamen Abend können die Besucher im Theater im OP im November bei Curth Flatows „Der Mann, der sich nicht traut“ erleben.

Göttingen – Mit einem Team, das sichtlich Spaß an der Komödie um den Standesbeamten im Ehe-Verdruss hat, ist Ingo Pissowotzki eine Inszenierung gelungen, die die Zuschauer ihren Alltag vergessen lässt.

Bei seiner Arbeit als Standesbeamter hat Wolfgang Jäger (Florian Hallaschka) immer einen flotten Spruch auf den Lippen. Auf die Abschiedsfloskel „Auf Wiedersehen“ erwidert er „Na, das wollen wir doch nicht hoffen“. Dabei hat er vielen Getrauten das Ja-Wort schon mehrfach abgenommen. Auch seine eigene Geschichte, die er dem Publikum direkt präsentiert, kann das Vertrauen in die Ehe nicht bestärken. In flagranti ertappte er seine Frau (Heide Koltermann), dadurch hat er sich zum Feind der Ehe entwickelt. Sehr zur Enttäuschung von Fräulein Lamm (Tanja Flader), der Sekretärin im Standesamt, will er sich nie wieder binden. Nur jeden Dienstag verbringt er den Abend mit ihr.

Als Sohn Ulrich (Ben Arnold) ihm gesteht, dass er heiraten möchte, will der Vater seine Einwilligung nicht geben. Der Sohn soll nicht wie er in sein Unglück laufen. Dass seine Freundin Gaby (Yasmin Dittmann) bereits im dritten Monat schwanger ist, wagt Ulrich dem Vater nicht zu sagen. Dass muss in dem Stück aus den 1970er Jahren Tante Julia (Monika Giro) übernehmen. Diese wünscht sich nichts mehr als einen ungebundenen Mann, doch wie Pilot Teddy (Christian Lambertz) bleiben immer nur Verheiratete bei ihr hängen.

Aus dieser nicht einfachen Gemengelage entwickelt sich ein herrlich turbulentes Stück mit vielen Höhen und manchen Tiefen. Nicht selten wird es ein wenig klamaukig, doch der Klamauk nimmt nicht überhand, als Zuschauer fühlt man sich unbeschwert an diesem Abend einfach nur gut unterhalten. Dazu tragen auch die Randfiguren Robertino (Oliver Eberhardt), Wirt in einem italienischen Restaurant, in dem Wolfgang Jäger einmal gnadenlos abstürzt, der Arzt (Lual Seidel), Krankenschwester Greta (Finja Sylvester) und Frau Griesbach (Renate Hillebrandt) bei.

Dass bei dem vielen Hin und Her das Telefon eine wichtige Rolle spielt, wird schon im Bühnenbild (Ensemble) verraten: Mal hier, mal da klingelt ein Apparat. Bei den Kostümen (Heide Koltermann und Amelie Heße) glänzt die Schwangeren-Uniform, eine weiße Bluse mit Raffinessen.

Was aus dem vergnüglichen Chaos erwächst, können Interessierte bei weiteren Vorstellungen im Theater im OP erleben – am 9.11. und 10.11., jeweils um 20.15 Uhr. Weitere Termine gibt es hier. (Ute Lawrenz)

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