Satire mit Tiefgang

Vergnüglicher Abend im Kabarett-Duo "Dietrich und Raab" im Alten Rathaus

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Gestenreich und wortwitzig: Die Kabarettisten Erik Raab (links) und Christopher Dietrich kamen bei ihrer Satire-Show „Das Imperium schlägt was vor“ gut an. 

Ein vergnüglicher Abend mit Tiefgang: Die Kabarettisten Christopher Dietrich und Erik Raab begeisterten im Alten Rathaus mit ihrem Satire-Programm „Das Imperium schlägt was vor“.

In schnellem Tempo und mit großen Gesten spießten die Kabarettisten mehr oder weniger wichtige Themen unserer Gegenwart auf und zerrieben sie zum Vergnügen der Zuhörer spitzzüngig und wortwitzig zwischen den Mahlsteinen ihrer Satire-Mühle. Wichtiges Hilfsmittel waren dabei Powerpoint-Projektionen.

Viel Beifall fand beispielsweise das Thema Seiteneinsteiger, speziell im aktuellen Bundeskabinett. Wenn man die Berufsausbildungen der Ministerinnen und Minister ihren jeweiligen Ressorts gegenüberstellt, braucht es eigentlich keine weiteren Worte. Das ist Real-Satire.

"Wir können alles. Außer Hochdeutsch"

Witzig und geistreich waren die Kommentare zur Eigenwerbung der Bundesländer in den letzten Jahren. „Niedersachsen. Klar.“ wurde so bewertet: „Das Ergebnis von kreativen zehn Minuten einer Werbeagentur.“ 

Die Werbung ihrer eigenen Heimat Mecklenburg-Vorpommern M-V kam auch nicht viel besser weg. Ausgehend vom Slogan Baden-Württembergs „Wir können alles. Außer Hochdeutsch“ schlugen Dietrich und Raab einen neuen gemeinsamen Slogan für Niedersachsen und M-V vor: „Und bei uns. Ist es genau umgekehrt“.

Lachen blieb im Halse stecken

Bei ihrer Parade möglicher Szenarien für den Untergang der Menschheit blieb einem zwischendurch das Lachen im Halse stecken: Atomkrieg, Bienensterben, Klimawandel, Unfruchtbarkeit der Männer, Laktoseintoleranz und Übernahme der Herrschaft durch Maschinen. 

Zwischendurch gab es Seitenhiebe nach links und rechts, vor allem nach rechts. Beispiel: Was bringt Bildung im Osten? Schlaue Nazis.

In der Ankündigung stand zwar, es handele sich um Satire ohne moralischen Zeigefinger. Aber die überspitzte Abhandlung der Beeinflussung durch das Internet und die Gefahr des gläsernen Nutzers, Stichwort „digitale Filterblase“, war schon geeignet, nachdenklich zu stimmen und das eigene Verhalten zu überprüfen. 

Zwischendurch wurde zur eigenen Begleitung gesungen, unter anderem ein bitterböses Lied über multiresistente Keime und ein Song über Pause machen und Regeln brechen.

Das Publikum ging lachfreudig mit und spendete begeistert Beifall. Die gut besuchte Veranstaltung des Rostocker Duos fand im Rahmen des Göttinger Kultursommers 2019 des städtischen Fachdienstes Kultur statt.

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