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Verhandlungen geplatzt: Drei Tage Streik an Universitätsmedizin Göttingen

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Von: Melanie Zimmermann

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In der kommenden Woche ruft Verdi zu einem dreitägigen Streik an der UMG auf.
In der kommenden Woche ruft Verdi zu einem dreitägigen Streik an der UMG auf. © Archiv/UMG/Mandy Dall /nh

Die Beschäftigten der UMG-Klinikservice GmbH sind in der kommenden Woche für drei Tage zum Streik aufgerufen. Beginn ist am Mittwoch (25.01.2023).

Göttingen – Es war bereits angekündigt, nun ist es offiziell: In der kommenden Woche wird an der Universitätsmedizin (UMG) Göttingen gestreikt. Von Mittwoch, 25. Januar, an ruft die Gewerkschaft Verdi zu einem dreitägigen Streik der Beschäftigten der UMG-Klinikservice GmbH auf. Verhandlungen zwischen der UMG-Tochterfirma und der Gewerkschaft waren zuvor am Dienstag,17. Januar, gescheitert.

Ein Knackpunkt zwischen beiden Parteien sind die Notdienstverhandlungen. Die UMG-Tochterfirma und zwei UMG-Vertreter wollten keine ernsthaften, streik-üblichen Leistungseinschränkungen zusagen“, heißt es in einer Mitteilung von Verdi. Dazuhätten auch Bettensperrungen, Stationsschließungen, Verschiebung von geplanten Operationen, Schichtstreichungen, Einschränkungen der Öffnungszeiten sowie weitere Maßnahmen gehört. Die UMG und ihre Tochterfirma forderten stattdessen die Sicherstellung eines Notdienstniveaus, welches oft schon im Alltag ohne Streik nicht erreicht werde, so Verdi.

In der Folge hätten weit mehr Beschäftigte zum Dienst erscheinen müssen, als bei allen bisher vereinbarten Notdiensten. „Damit wäre der Streik aus Beschäftigtensicht faktisch unmöglich gemacht worden“, teilte Thilo Jahn, Göttinger Gewerkschaftssekretär, mit.

Laut KSG habe die Gewerkschaft jedoch erneut ignoriert, dass die Aufgaben der KSG-Mitarbeitenden weit über eine Wochenendreinigung hinausgingen. Auch unter Streikbedingungen müsse zwingend eine gesicherte Grundhygiene gewährleistet sein. Gemeinsam mit der UMG habe man dafür „vernünftige Vorschläge gemacht“, Verdi lehne die Grundsicherung jedoch ab.

Uneinigkeit besteht auch weiterhin bei den Tarifverhandlungen. Die Geschäftsführung der KSG habe erneut ein verbessertes Angebot vorgelegt. Verdi lehnte auch diese angebotenen Lohnzuwächse ab. „Mit unserem verbesserten Angebot erreichen wir für unsere Mitarbeitenden ein Plus von 20 Prozent mehr Nettolohn über drei Jahre. Damit hat die KSG die Grenzen ihrer Belastbarkeit mehr als erreicht“, wird KSG-Geschäftsführer Marcus Bühre in einer Mitteilung zitiert.

Umso unverständlicher sei es, dass die Gewerkschaft starr an ihrer Maximalforderung festhalte. „Der Ball liegt nun bei Verdi.“ Verdi hingegen spricht davon, dass „die UMG-Tochterfirma ihr Angebot nicht nennenswert verbessert hat.“ Die berechtigten Erwartungen der Beschäftigten nach Sicherung ihres Lebensstandards würden mit dem Angebot verfehlt, ein deutlicher Reallohnverlust wären die Folge, heißt es.

Laut Verdi herrsche in der Belegschaft große Empörung, dass die UMG sich weigere, den Tarifvertrag der Länder für die Beschäftigten anzuwenden. Stephanie Mitbauer, Reinigungskraft auf Intensivstation und Mitglied der Tarifkommission: „Mit den jetzt angebotenen Löhnen können wir unseren eh schon bescheidenen Lebensstandard nicht halten.“

Der Streik findet in der kommenden Woche von Mittwoch, 25. Januar, bis Freitag, 27. Januar, statt. Verdi erklärt, das Notdienstniveau aus dem Streik im Dezember 2022 zu gewährleisten. (Melanie Zimmermann)

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