Aufprallschlitten in Aktion

Verkehrssicherheitstag in Göttingen: Handy ist der Killer Nummer eins

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Echtes Erlebnis: „Krass“, sagte der 19 Jahre alte Daniel, nachdem er in Göttingen mit einem Aufprallschlitten getestet hatte, wie heftig sich eine Kollision bei einer Geschwindigkeit von nur zehn km/h anfühlt.

Göttingen. „Wir sind total zufrieden.“ Dieses Fazit zog Peter Hüttenmeister, Vorsitzende der Verkehrswacht Göttingen, beim ersten Verkehrssicherheitstag vor dem Gänseliesel. Organisiert wurde der Aktionstag gemeinsam mit der Polizeiinspektion Göttingen.

Bei strahlend blauem Himmel sprachen Verkehrswacht und Polizei insbesondere junge Verkehrsteilnehmer an, um auf Gefahren aufmerksam zu machen und ihr Problembewusstsein zu wecken. „Eine Hauptursache ist das Benutzen des Handys, das Telefonieren mit und ohne Freisprecheinrichtung und das Schreiben auf dem Smartphone“, sagte der Verkehrssicherheitsberater der Polizei, Jörg Arnecke. „Das ist der Killer Nummer 1.“

Wie negativ sich die Handynutzung auf die Aufmerksamkeit und die Reaktionszeit auswirkt, konnten Interessierte gleich vor Ort testen. „Das ist ungefähr so, als ob sie einen Alkoholgehalt von 1,1 Promille im Blut aufweisen. Damit sind sie verkehrsuntüchtig.“

Wer bei einer Geschwindigkeit von 100 Stundenkilometer nur eine Sekunde auf sein Handy blickt, legt 30 Meter im Blindflug zurück“, warnte Arnecke.

Alkohol, Rauschgift und zu hohe Geschwindigkeiten sind weitere Ursachen. Wie es sich anfühlt, wenn man mit nicht einmal zehn km/h auf ein Hindernis knallt, konnten Mutige gleich mit einem Aufprallschlitten ausprobieren – natürlich so, dass niemanden etwas geschah. Einer von ihnen war der 19 Jahre alte Göttinger Daniel. „Das war krass“, sagte er nach dem Aufprall, bei dem ihm der Gurt davor bewahrte, durch die Gegend geschleudert zu werden und sich möglicherweise zu verletzen.

Daniel bestätigte der Versuch in seinem Verhalten. „Ich fahre immer mit Gurt.“ Und einer seiner Freunde scherzte: „Sonst gibt es Ärger mit der Oma.“ Betreut wurde er bei seinem Test von Verkehrswacht-Mitarbeiterin Sonja Sobanski.

Wie sich ein Überschlag mit einem Auto anfühlt, konnten Wagemutige in einem Simulator testen. Dazu gab es Tipps, wie man sich befreien kann, wenn man nach dem Überschlag nicht bewusstlos im Gurt kopfüber hängt. Für den Polizeibeamten Peter Arnecke machte diese Aktion erneut klar: „Wir müssen wachrütteln, damit Unfälle nicht passieren.“

Auch von den Passanten wurde die Aktion begrüßt. „Von einer älteren Dame hat unsere Verkehrswacht gleich eine Spende von 50 Euro erhalten“, freute sich Verkehrswacht-Vorsitzender Peter Hüttenmeister.

Weitere Aktion

Nächste Aktion der Verkehrswacht ist am Samstag, 3. November, um 9 Uhr auf dem Betriebshof der Göttinger Verkehrsbetriebe ein Fahrsicherheitstraining für Senioren.

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