Zustand des zweiten Opfers ist noch kritisch

Verpuffung am Weender Tor: Ursache ist weiter unklar

Spurensuche: Nach der Verpuffung wurde der Gehweg an der Weender Landstraße in Göttingen geöffnet, um nachvollziehen zu können, woher das Gas kam, das im Treppenhaus explodiert war. Foto: von Polier

Seine Schutzkleidung hat den Mitarbeiter der Sicherheitsfirma UMG Facilities, der bei der Verpuffung Mitte Februar schwer verletzt worden war, offenbar vor Schlimmerem bewahrt.

Stefan Weller, Pressesprecher der Universitätsmedizin Göttingen, sagt: Die massiven Westen sollen die Mitarbeiter „vor allem vor Hieb- und Stichverletzungen schützen“. Aber auch in diesem Fall hat die Weste den schwerverletzten Mitarbeiter „eindeutig vor schwereren Folgen geschützt“. Der Zustand des Mitarbeiters der Sicherheitsfirma, der in einer Klinik in Halle liegt, ist nach wie vor kritisch.

Die Mitarbeiter der Sicherheitsfirma tragen Schutzkleidung, weil die Gewaltbereitschaft im und außerhalb des Klinikums spürbar zugenommen habe, erklärt Weller.

Das Treppenhaus, in dem die schwere Verpuffung durch einen Lichtschalter ausgelöst worden war, ist einer von drei Zugängen zu dem Blutspendedienst, der sich an der Weender Landstraße 2 befindet. Für andere Firmen im Haus dient es zwar lediglich als Notausgang. Ein Verbot, das Treppenhaus zum Beispiel zur Anlieferung von Material zu nutzen, sei aber nicht gegeben, erklärt Weller.

Andy Aue, der auch in dem Haus arbeitet, vermutet, dass das Gas früher oder später bemerkt werden musste. Denn der Hausmeister des Hauses hatte für zehn Minuten nach dem Unfall angekündigt, Wasseruhren ablesen zu wollen.

Noch immer herrscht Unklarheit über das offene Leerrohr, durch das Mitte Februar Gas in das Treppenhaus an der Weender Straße geströmt ist. Die anschließende Verpuffung hatte eine 55-jährige Ärztin so schwer verletzt, dass sie im Krankenhaus ihren Verletzungen erlegen ist.

Unklar ist bisher, ob das Leerrohr hätte verschlossen sein müssen. Oberstaatsanwalt Andreas Buick teilte bereits mit, dass Experten sich noch zu diesen Fragen äußern würden. Sollte man zu der Schlussfolgerung kommen, dass die Arbeiten nicht ordnungsgemäß gewesen seien, müsse herausgefunden werden, wer die Kabel verlegt hat und ob mehrfach Kabel verlegt wurden, sagt er.

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