Versuchter Mord mit Stein in Göttingen: Angeklagter kam zu spät zur Arbeit

Göttingen. Im Prozess um einen versuchten Mord mit einem fast zehn Kilo schweren Stein hat das Landgericht Göttingen den Chef des 29-jährigen Angeklagten als Zeugen gehört.

Dieser gab an, dass der Angeklagte am Tatmorgen verspätet zur Arbeit auf einer Baustelle in Hann. Münden gekommen sei. Er habe ihn deshalb an dem Morgen angerufen und gefragt, wo er stecke. Der 29-Jährige habe ihm dann mitgeteilt, dass er auf der Autobahn unterwegs sei.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem in Untersuchungshaft sitzenden Angeklagten vor, an jenem Morgen im November 2015 einen fast zehn Kilo schweren Stein von einer 3,50 Meter hohen Böschung auf einen Parkplatz heruntergeworfen zu haben, wo seine Ex-Freundin gerade ihr Auto eingeparkt hatte. Der Angeklagte habe die 27-Jährige töten wollen, weil diese sich einige Wochen zuvor von ihm getrennt hatte und eine neue Beziehung eingegangen war. Vor der Tat soll er sie wochenlang massiv bedrängt, bedroht und verfolgt haben. Um seinen Nachstellungen zu entgehen, hatte die 27-Jährige beim Familiengericht eine Anordnung nach dem Gewaltschutzgesetz erwirkt, die ihm jegliche Kontaktaufnahme untersagte.

Eine Mitarbeiterin des Jugendamtes der Stadt Göttingen, die in den Konflikt um das Umgangsrecht mit dem gemeinsamen Sohn eingeschaltet war, hatte den Angeklagten wenige Tage vor der Tat erlebt. Damals wurde bei einer richterlichen Anhörung vereinbart, dass der 29-Jährige seinen Sohn zunächst nur noch unter Aufsicht treffen durfte.

Der Angeklagte sei sehr aufgebracht gewesen, berichtete die Behördenmitarbeiterin. Wenige Tage später soll er einen schweren Betonstein auf das Auto seiner Ex-Freundin geworfen haben.

Das Gericht hat weitere Verhandlungstage bis Mitte Juni angesetzt.

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