Japanischer Konzern wird die 700 Mitarbeiter weiter beschäftigen

Vertrag fix: Göttinger Sartorius verkauft Sparte an Minebea

Gut im Wind: Die Göttinger Sartorius AG – hier der Sartorius Campus im Industriegebiet – hat nun seine Technologie-Sparte an den japanischen Konzern Minebea verkauft. Foto: Kopietz

Göttingen. Die Verträge sind gemacht: Die Göttinger Sartorius AG hat, wie vorab gemeldet, die Sparte „Industrial Technologies“ (Intec) an den japanischen Minebea-Konzern verkauft.

Vorstandschef Joachim Kreuzburg nannte 90 Millionen Euro als Erlös.

Die Arbeitsverträge der insgesamt etwa 700 Intec-Mitarbeiter, 350 in Deutschland, davon 70 in Bovenden (Landkreis Göttingen) bestehen auch nach dem Verkauf weiter, das Management bleibt in seiner Funktion, teilt Kreuzburg mit, der sich auch bei den Mitarbeitern bedankt. Sie hätten in den vergangenen beiden Jahren angesichts der anstehenden Veränderungen unsichere Zeiten erlebt, sich aber dennoch immer auf ihre Kunden konzentriert und das Geschäft vorangebracht.

Eigentlich hatte Sartorius die Sparte bereits 2013 verkaufen wollen, doch war damals ein adäquater Preis nicht zu erzielen. Deshalb wurde in der Zwischenzeit die rechtliche und organisatorische Abkoppelung der Technologie-Sparte vorangetrieben. Diese Verselbstständigung habe den Verkaufsprozess mit Minebea nun beschleunigt, erklärt Kreuzburg.

Aktualisiert um 17 Uhr.

Deshalb dankt der Vorstandschef auch den Geschäftsführern Peter Grimley und Bodo Krebs. Sie hätten die Chance und Herausforderungen mit der Entwicklung eigenständigen Sparte Sartorius Intec ergriffen und gemeistert.

Der Verkauf der kleinsten Sparte ist Teil der langfristigen Firmen-Strategie „Sartorius 2020“ mit der Konzentration auf die beiden Sparten Bioprocess Solutions und Lab Products/Services. „Diese bieten für uns ein höheres Wachstums- und Ertragpotenzial“, erklärt Joachim Kreuzburg.

Die Einnahmen aus dem Verkauf der Technologie-Sparte wiederum stärke das Finanzierungspotenzial – auch im Hinblick auf einen weiteren Ausbau der beiden verbliebenen Bereiche.

Der ebenfalls börsennotierte Minebea-Konzern aus Japan hat seinen Sitz in Nagano, bekannt auch als Olympia-Austragungsort von 1998. Minebea wurde 1951 gegründet, stellt auch Messgeräte, Elektromotoren und Miniaturkugellager her. Der Jahresumsatz liegt bei etwa zwei Milliarden Euro. Minebea beschäftigt aktuell etwa 55 000 Mitarbeiter.

„Sartorius und Minebea werden noch für einige Zeit geschäftlich verbunden bleiben“, sagt Kreuzburg. So werde das japanische Unternehmen auch weiter Wägesysteme von Sartorius beziehen. Minebea kann auch die Marke Sartorius Intec weiter nutzen.

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