Entscheidung gegen Tierhalter

Verwaltungsgericht Göttingen: Veterinäre dürfen Esel und Lamas wegnehmen

Esel können mehr als 40 Jahre alt werden: Die Haustiere weltweit verbreitet. Symbolbild: Matthias Bein/dpa
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Esel können mehr als 40 Jahre alt werden: Die Haustiere weltweit verbreitet. (Symbolbild)

Amtstierärzte dürfen Tiere wegnehmen und veräußern, wenn diese von ihren Haltern erheblich vernachlässigt und nicht artgerecht gehalten werden. Das hat das Verwaltungsgericht Göttingen entschieden.

Göttingen – Das Gericht lehnte damit den Antrag eines Eselhofs im Südharz auf einstweiligen Rechtsschutz gegen mehrere Verfügungen des Landkreises Göttingen ab. Eine Amtstierärztin hatte den Betreibern im März fünf Esel und drei Lamas weggenommen, nachdem bei mehreren Kontrollen auf dem Hof erhebliche Verstöße gegen das Tierschutzgesetz festgestellt worden waren. Die Veterinärbehörde hatte anschließend die Wegnahme der acht Tiere bestätigt und außerdem ein Tierhaltungs- und Tierbetreuungsverbot ausgesprochen. Nach Ansicht des Gerichts durfte die Behörde so handeln, weil die Zustände auf dem Hof der Antragsteller nicht länger hinnehmbar gewesen seien und weitere Leiden der Esel und Lamas zu verhindern waren (Aktenzeichen 1 B 111/21).

Die Amtstierärzte hatten erstmals im vergangenen Oktober aufgrund einer Anzeige eine Vorortkontrolle auf dem Hof vorgenommen. Dabei stellten sie fest, dass die Hufe der Esel nicht beschnitten und zu lang waren. Hufe bei Esel seien jedoch regelmäßig zu prüfen zu pflegen und zu kürzen. Einer der Esel zeigte ein auffälliges Gangbild, was auf Schmerzen hindeutete. Teilweise waren die Esel von Parasiten befallen, außerdem war ein deutlicher Muskelschwund festzustellen.

Die Betreiber des Eselhofes hatten die Esel als Reittiere sowohl für Kinder als auch für Erwachsene eingesetzt und dabei einen Pferdesattel verwendet. Die Amtstierärztin verwies darauf, dass Esel als Reittiere für Erwachsene nicht geeignet seien. Außerdem müsste ein Sattel zur angemessenen Belastung weit hinten sitzen.

Die Lamas befanden sich ebenfalls in einem schlechten Zustand. Da die Tierhalter nach eigenen Angaben keinerlei Zahnpflege bei den Lamas vornahmen, waren deren Zähne zu lang geworden. Die Schneidezähne waren über die Gaumenplatte hinausgewachsen, was die Futteraufnahme beeinträchtigte.

Das Fell war teilweise verfilzt und verschmutzt. Nach Angaben der Tierhalter wurden die Lamas nicht geschoren, stattdessen rupfe man das Fell im Frühjahr aus.

Auch die sonstigen Haltungsbedingungen wurden beanstandet. Nach Angaben eines Gerichtssprechers haben die Antragsteller Beschwerde gegen die Entscheidung eingelegt.  pid

Von Heidi Niemann

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