Zwei Werte für den Landkreis

Verwirrung um doppelten Inzidenzwert im Landkreis Göttingen

Für den Landkreis Göttingen gibt es zwei Inzidenzwerte. Das sorgt für Verwirrung. (Symbolbild)
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Für den Landkreis Göttingen gibt es zwei Inzidenzwerte. Das sorgt für Verwirrung. (Symbolbild)

Für den Landkreis Göttingen werden zwei Corona-Inzidenzwerte veröffentlicht. Grund sind Verzögerungen bei den Meldungen und fehlende gemeinsame Software.

Landkreis Göttingen – Das Gesundheitsamt für Stadt und Kreis Göttingen ächzt unter der Pandemie-Lage mit hohen Corona-Infektionszahlen. Eine Nachverfolgung von Kontaktpersonen ist längst nicht mehr umfassend möglich. Schon ab 50 Neuinfektionen pro Tag stößt das Amt normalerweise an seine Grenzen, bei den zurzeit deutlich höheren Zahlen werden Kontaktnachverfolgungen nur noch für „vulnerable Gruppen, wie Menschen in Alteneinrichtungen“ vollzogen, wie die Stadt erneut mitteilte.

Auch bei der Meldung der positiven Corona-Fallzahlen an das Robert-Koch-Institut (RKI) kam das Gesundheitsamt nicht mehr nach. „Sie könne nicht mehr zeitnah erfolgen“, meldete die Stadt in dieser Woche. So gibt es zwei Inzidenzwerte für den Landkreis Göttingen: einen realen, aktuellen und einen wenig aussagekräftigen, den RKI-Wert.

Corona in Göttingen: Bundeseinheitliche Software fehlt

Der ist niedriger, aufgrund der geschilderten Verzögerungen bei den Meldungen. Er betrug am Mittwoch 187,1, am Donnerstag 218,3. Der reale, im Gesundheitsamt intern ermittelte Tageswert, den Stadt und Kreis stets zusätzlich zum „offiziellen“ RKI-Wert veröffentlichen, lag an den genannten Tagen mit 241,4 und 235,0 deutlich höher. Aber: Der RKI-Wert ist rechtlich bindend für Corona-Maßnahmen.

Dominik Kimyon - Pressesprecher der Stadtverwaltung Göttingen

Der Pressesprecher der Stadt Göttingen, verantwortlich für das Gesundheitsamt, nennt aber einen weiteren Grund für das Zwei-Zahlen-Wirrwarr. So arbeitet die Software nicht zusammen: Im Gesundheitsamt werden die Infektionsfälle in das System „Mikado“ eingegeben. Über dieses funktioniert eine Weiterleitung an das RKI aber nicht.

„Es gibt nach wie vor und immer noch keine bundeseinheitliche Software“, beklagt Kimyon. Mittlerweile hat das Gesundheitsamt reagiert, den Ablauf umgestellt. Man melde die Fallzahlen gleich morgens und zuerst an das RKI, sagt Kimyon und fügt an, dass der Datenrückstand mittlerweile aufgearbeitet sei. So nähern sich beide Inzidenzwerte mittlerweile wieder an. Differenzen aber werden bleiben. Denn: Beinahe minütlich kommen Neuinfektionen hinzu. (Thomas Kopietz)

Auch in Göttingen steigen die Corona-Fallzahlen auf einen neuen Rekordwert. In den meisten Kommunen liegt der Inzidenzwert inzwischen oberhalb von 100.

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