Am Sonntag Ende nach 32 Öffnungstagen

Viel Betrieb auch nach dem Fest auf dem Göttinger Weihnachtsmarkt

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Entspannte Gesichter: Die Besucher genießen den nachweihnachtlichen Marktbesuch ohne Einkaufsstress.

Am heutigen Sonntag endet die Weihnachtsmarktsaison in Göttingen. 2018 war mit 32 Öffnungstagen das bislang längste Weihnachtsmarktjahr.

Seit 26. November kamen Zehntausende Besucher auf den Markt, der nicht nur vor dem Alten Rathaus, sondern auch rund um die Johanniskirche aufgebaut war. Doch lohnt es sich für die Standbetreiber überhaupt, auch nach dem Weihnachtsfest noch zu öffnen? Und was sagen die Gäste?

Auch nach Weihnachten noch erleuchtet: Das Riesenrad auf dem Weihnachtsmarkt in Göttingen. 

„Das ist eine schöne Sache. Man kann ganz entspannt Glühwein trinken, ohne Einkaufstress“, sagt Ulrike Franzke, die ebenso wie ihr Ehemann Reinhard einen weißen Glühwein vom Winter Café trinkt. Dieser pflichtet ihr bei: „Der Besuch nach Weihnachten gehört einfach dazu. Es ist wichtig, ein Ereignis standesgemäß ausklingen zu lassen.“ Die beiden sind im Rahmen eines Geocaching-Events am Freitagnachmittag in die Innenstadt gekommen, ebenso wie Katharina Engelmann. „Für mich könnte das ganz Jahr über Weihnachtsmarkt sein“, erzählt sie, während sie mit ihrem Freund Daniel Bartschies einen alkoholfreien Punsch trinkt. „Vor Weihnachten habe ich es nur einmal auf den Markt geschafft, heute ist das zweite Mal. Und jetzt ist es viel entspannter, weil der Weihnachtsstress vorbei ist.“

Auch Sven Bossmann findet die Stimmung nach Weihnachten ruhiger und stressfreier, obwohl der Weihnachtsmarkt am Freitag proppenvoll war. Vor allem an der Nordseite der Johanniskirche war zeitweise kaum ein Durchkommen. Besucherin Kerstin Eckelmann sagt, dass man nach Weihnachten einfach mehr Zeit hat, den Markt zu genießen. Viele haben Urlaub, es ist ruhiger und man müsse keine Besorgungen mehr machen. Andreas Raguse aus Bovenden findet: „Zum Ausklingen der Weihnachtszeit finde ich es ganz angenehm, vor allem, wenn das Wetter mitspielt.“ Er musste nur seine Frau überreden mitzukommen. „Die Weihnachtsluft ist einfach raus“, sagt Sibylle Raguse, während sie einen Glühwein mit Kirschen trinkt.

Weniger Glühwein, aber mehr Christbaumkugeln verkauft: Tilo Schikore ist zufrieden mit dem nachweihnachtlichen Geschäft im Zindelhof. 

Schikore, Betreiber des Weihnachtsmarktes im Zindelhof, freut sich, dass der Weihnachtsmarkt noch bis zum 30. Dezember geöffnet hat. „Die Tilo Leute haben Geldgeschenke bekommen und geben jetzt das Geld aus.“ Seit 19 Jahren öffnet er den kleinen gemütlichen Markt im Zindelhof in unmittelbarer Nähe des Weihachtsmarktes. „Der Trend geht eindeutig dahin, dass es nach Weihnachten interessanter wird.“ Damit meint er weniger den Glühweinverkauf, sondern vielmehr den Verkauf seines Sortiments – Trödel und Gebrauchsartikel für den kleinen Geldbeutel. „Erstaunlicherweise habe ich nach Weihnachten extrem viele Christbaumkugeln verkauft“, sagt Schikore. Der Hype um Gühwein werde weniger, wie auch einige seiner Kollegen sagen.

Auf die Frage, ob sich das Geschäft nach Weihnachten noch lohnt, antwortet Doris Geibel: „Die vier Tage lohnen sich definitiv. Viele haben frei oder sind in ihre alte Heimat Göttingen gekommen. Es ist viel los.“ Geibel betreibt den Stand mit der Nummer 1 an der Nordseite des Alten Rathauses. In „Dodos Weihnachtswerkstatt“ gibt es Zuckerwatte, gebrannte Mandeln, Popcorn und Schokoobst – noch bis Sonntagabend, wenn um 20.30 Uhr die Türen des Göttinger Weihnachtsmarktes für dieses Jahr das letzte Mal schließen. (ysr)

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