Weiteres Rekordjahr

Viele Aufträge für das Handwerk in Südniedersachsen: Kunden müssen warten

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Das Handwerk ist auf der Überholspur: HWK-Präsident Delfino Roman und HWK-Hauptgeschäftsführerin Ina-Maria Heidmann bei der Präsentation des Konjunkturberichtes.

Göttingen. Das südniedersächsische Handwerk ist weiter im Aufwind. Im vergangenen Jahr wurde das Rekordjahr 2016 nochmals übertroffen.

„Die hohe Auslastung und der auch in 2017 nicht zu verschweigende Fachkräftemangel führen aber weiterhin dazu, dass die Kunden von Handwerksleistungen Wartezeiten von inzwischen im Schnitt acht bis neun Wochen in Kauf nehmen müssen“, sagte Delfino Roman, Präsident der Handwerkskammer (HWK) Hildesheim-Südniedersachsen, der am Dienstag den Konjunkturbericht vorstellte. Davon ausgenommen seien allerdings Reparaturen, die eine sofortige Präsenz im Notdienst des Handwerkers erforderten.

Noch vor einem Jahr habe niemand von dem zweiten Rekord in Folge zu hoffen gewagt, sagte Roman. Nachdem 2016 bereits das beste Konjunkturjahr seit Beginn der regelmäßigen Konjunkturumfragen vor 26 Jahren gewesen war, habe die Konjunktur auch 2017 nur in eine Richtung gezeigt – nach oben. „Allerdings zeichnet sich in Anbetracht der aktuellen Lage auf den Finanzmärkten ab, dass die Zeit des permanenten wirtschaftlichen Aufschwungs irgendwann ein Ende haben wird“, warnte Roman.

Treibende Kraft der dauerhaft positiven Entwicklung ist weiterhin in erster Linie das Bauhaupt- und Ausbaugewerbe. „Die maßgeblichen Einflussfaktoren haben sich im Vergleich zum Vorjahr kaum verändert“, betonte der HWK-Präsident. Dazu zählten einerseits die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank, die weiterhin für konstante Investitionen sowohl im gewerblichen als auch im privaten Bereich sorgen, als auch der Rückgang der Sparneigung von privaten Haushalten, wovon insbesondere die Konsümgüter- und Dienstleistungshandwerke profitieren.

„Außerdem herrscht besonders in den Ballungszentren eine erhöhte Nachfrage nach zusätzlichem Wohnraum und Wohnungsbaugesellschaften sowie private Anleger investieren vermehrt in den Bereich des altersgerechten Wohnens“, so Roman.

Was das vierte Quartal 2017 im Kammerbezirk angehe, habe es seit der regelmäßigen Beobachtung noch nie ein erfolgreicheres gegeben. „Der Geschäftslagenindikator lag bei 78 von 100 möglichen Punkten und damit lediglich zwei Punkte unter dem absoluten Spitzenwert vom zweiten Quartal desselben Jahres.“

Damit bewege sich dieser Indikator, der die Einschätzung der befragten Betriebe zur aktuellen Geschäftslage repräsentiert, seit rund fünf Jahren geradlinig nach oben. Es herrsche nicht nur eine gute Stimmung unter den Mitgliedsbetrieben (die Auslastung konnte im Vergleich zum Vorjahr nochmals gesteigert werden und lag im vierten Quartal mit 92 Prozent zwei Prozent höher), auch die Beschäftigungsentwicklung sei weitgehend stabil. „78 Prozent der Betriebe verzeichnen einen konstanten Beschäftigungsstand“, berichtete Delfino Roman.

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