Göttingen

Viele guten Ideen: Institut für Glas- und Rohstofftechnologie in Göttingen wächst seit Jahren

Landesbeauftragte Ulrike Witt überreicht Unternehmenschef Dirk Diederich vom Institut für Glas und Rohstofftechnik einen Förderbescheid
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Unterstützung für den Neubau des Firmensitzes: Landesbeauftragte Ulrike Witt überreichte den Bescheid an Unternehmenschef Dirk Diederich.

Ein Göttinger Unternehmen mit rund 20 Mitarbeiten ist ein wichtiger Spezialist in Sachen Glas und Rohstofftechnologie. Nun bekommt es Unterstützung für einen neuen Firmensitz.

Göttingen – Kaum jemand kennt das Göttinger Institut für Glas- und Rohstofftechnologie (IGR). Doch die Wahrheit ist: Wenn es um das Thema Glas geht, ist das kleine Unternehmen ganz vorn dabei.

Ein Beispiel: Immer wieder gibt es Meldungen, dass sich Glassplitter in Lebensmitteln befinden. Bevor die Warnung verbreitet wird, hat in der Hälfte aller Fälle das IGR das Problem unter die Lupe genommen.

Institut für Glas und Rohstofftechnologie Göttingen: Spezialist in Deutschland

Firmenchef Dirk Diederich (52), der an der Oberweser wohnt, hat mehr als 30 Jahre Erfahrung mit dem besonderen Werkstoff aus Quarzsand, Kalk, Soda und Zuschlagstoffen. Und in dieser Zusammensetzung liegt das Geheimnis. Kaum ein anderes Unternehmen ist in der Lage, Glashersteller bei der Produktion so gut zu beraten.

Und am anderen Ende der Kette, beim Recycling von Altglas, ist er ebenfalls der Spezialist in Deutschland. Noch ein Beispiel: Früher war es praktisch unmöglich, Altglas nach Brasilien oder China zu exportieren. Durch die Arbeit von Diederich und seinem Team ist dieses Kunststück gelungen.

Institut für Glas und Rohstofftechnologie Göttingen: Neuer Firmensitz beim ehemaligen Flugplatz

Bislang war das IGR im Science-Park II im Gewerbegebiet Grone zu Hause. Doch für die etwa 20 Mitarbeiter, alles Spezialisten auf ihrem Gebiet, wird es dort inzwischen zu eng. Deshalb soll noch in diesem Jahr ein neuer Firmensitz entstehen, auf einem 2000-Quadratmeter-Grundstück im Bereich des ehemaligen Flugplatzes.

1,62 Millionen Euro kostet das Objekt, 300 000 Euro davon kommen von der Europäischen Union aus einem Fördertopf. Insgesamt müssen drei bis vier Millionen Euro aufgebracht werden, damit die Arbeit am neuen Standort beginnen kann.

Wenn Firmenchef Diederich über sein Unternehmen spricht, kann das zehn Minuten dauern oder mehrere Tage. So viele unterschiedliche Bereiche deckt er ab. Dazu gehören auch Analysen im Bereich Streusalz, bei Metallen, Kunststoffen oder Keramik.

Institut für Glas und Rohstofftechnologie Göttingen: NASA überzeugt

Wie innovationsfreudig das IGR ist, beweist ein Blick auf die Preise, die abgeräumt wurden. Im vergangenen Jahr gewann Diederich den „Sonderpreis Messtechnik“ beim Innovationspreis des Landkreises Göttingen für einen Mini-Datenlogger. Das kleine Gerät überzeugte inzwischen auch die Nasa und ist bei Missionen der Weltraumagentur im Einsatz.

Auch zahlreiche weitere Preise zeigen, dass die Mitarbeiter des Unternehmens voller Ideen stecken. In diesem Jahr bewirbt sich das IGR erneut für einen Innovationspreis.

Institut für Glas und Rohstofftechnologie Göttingen: Fokus geht über deutschen Markt hinaus

Längst geht der Fokus des Göttinger Spezialunternehmens über den deutschen Markt hinaus. Viele seiner Mitarbeiter kommen aus dem Ausland. Sie können Gutachten und Analysen in ihrer Muttersprache verfassen – zum Beispiel in Chinesisch.

Am neuen Firmensitz soll die Erfolgsgeschichte, die 2008 begann, fortgeschrieben werden. Das neue Gebäude hat zunächst ein Stockwerk. Es ist so geplant, dass ein zweites jederzeit hinzukommen kann. Weitere Informationen gibt es unter igrgmbh.de. (Bernd Schlegel)

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