Harz-Weser-Netz

Ärger bei Bahn-Passagieren: Viele rote Triebwagen in Südniedersachsen fallen aus

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Ein Triebwagen der Harz-Weser-Bahn am Mühlentor in Northeim: Seit April kommt es immer wieder zu Zugausfällen in Südniedersachsen, kritisiert der Fahrgastverband Pro Bahn.

Göttingen/Northeim. Die Kritik an Zugausfällen im Harz-Weser-Netz der Deutschen Bahn reißt nicht ab. Am vergangenen Wochenende kam es wieder zu erheblichen Einschränkungen bei den roten Triebwagen in Südniedersachsen.

Das hat Pro Bahn beobachtet. Seit April gibt es nach Angaben des Fahrgastverbands die Probleme. Betroffen sind nach Angaben von Verbandssprecher Gerd Aschoff insbesondere die Strecken Göttingen-Northeim-Nordhausen, Northeim-Bodenfelde sowie Kreiensen-Bad Harzburg.

„Zeitweise verkehrt über mehrere Stunden hinweg kein Zug. Nur mit Mühe werden einige Ersatzfahrten mittels Bus oder Taxi organisiert, über die der Fahrgast aber nur dann etwas erfährt, wenn er ständig auf das Smartphone starrt“, übt Aschoff massiv Kritik. Die Folgen laut Pro Bahn: Anschlüsse gehen reihenweise in die Brüche, Reiseketten reißen. Personal, das Fahrgästen mit Auskünften helfen könnte, ist auf den meisten Bahnstationen zwischen Harz und Weser nicht vorhanden. Die Fahrgäste sind auf sich allein gestellt.

Aschoff appelliert inzwischen an Niedersachsens Verkehrsminister Bernd Althusmann, für ein zuverlässiges Zugangebot in Südniedersachsen zu sorgen.

Wesentlicher Grund für den Ausfall von bis zu 25 Prozent der Züge sind laut Pro Bahn die plötzlichen Krankmeldungen von Lokführern. Ende Juni habe die Deutsche Bahn versprochen, dass sich zum Beginn der Sommerferien die Situation entspannen würde. Das Urteil von Aschoff: „Inzwischen müssen wir feststellen, dass sich die Zustände sogar noch verschlimmert haben. Die Bahn ist somit kein zuverlässiges Verkehrsmittel mehr.“ Den bisherigen Höhepunkt habe die offensichtlich längste Grippewelle aller Zeiten am vergangenen Wochenende erreicht.

„Es fuhren stundenlang zwischen Nordhausen und Göttingen keine Züge, auch Ersatzbusse waren weitgehend Mangelware“, kritisiert der Pro Bahn-Sprecher.

Nach Recherchen des Fahrgastverbandes sind allein am vergangenen Samstag im Harz-Weser-Netz 23 Züge ausgefallen. „Nur eine Handvoll wurde mit Ersatzbussen einigermaßen aufgefangen“, so die Kritik. So schlimm war es laut Aschoff noch nicht einmal beim Streik der Gewerkschaft der Lokführer.

Problem Personaldecke

Pro Bahn fragt sich, wie mit der aktuellen Personaldecke die reaktivierte Strecke nach Einbeck bedient werden kann. Für die Sollingbahn zwischen Northeim und Bodenfelde sieht Aschoff ganz schwarz. „Wenn das so weitergeht, wird auf dieser nachfragearmen Bahnstrecke bald kein Zug mehr fahren“, befürchtet Aschoff. Pro Bahn fordert deshalb erneut einen Notfahrplan für das Harz-Weser-Netz.

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