Projekt von Unternehmer Näder

Neues Viertel mit Gewerbe und 160 Wohnungen: Urbanes Quartier am Göttinger Bahnhof

Auf dem Sycor-Areal neben dem Göttinger Bahnhof soll ein urbanes Mischgebiet entstehen. In dem großen Gebäude war bis Mai die Göttinger Hauptpost zu finden.
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Auf dem Sycor-Areal neben dem Göttinger Bahnhof soll ein urbanes Mischgebiet entstehen. In dem großen Gebäude war bis Mai die Göttinger Hauptpost zu finden.

Ein urbanes Mischgebiet plant der Duderstädter Unternehmer Hans Georg Näder (Ottobock) auf dem Sycor-Areal am Göttinger Bahnhof.

Göttingen – Eine intensive Bürgerbeteiligung sowie eine Bebauung, die sich an der Höhe des benachbarten Gebäudekomplexes Arkaden am Gericht orientiert, hat der städtische Ausschuss für Bauen, Planung und Grundstücke angemahnt.

Für Unruhe unter den Kommunalpolitikern haben im Vorfeld der Sitzung die Entwürfe eines Wettbewerbs gesorgt, die der Projektentwickler ausgelobt hatte. Strittig ist insbesondere die Geschosshöhe.

Einen „wuchtigen Brummer“ nannte CDU-Fraktionschef Olaf Feuerstein den Siegerentwurf der Berliner Chipperfield Architects, der allerdings wohl nicht umgesetzt werden soll, wie Näder-Architekt Bernd Kemmerling andeutete.

Wer Flächenversiegelung vermeiden wolle, müsse einer Verdichtung der Bebauung zustimmen, gab Feuerstein zu bedenken. Mehr als „acht oder neun Geschosse“ dürften es aber nicht werden, stellte er klar. Das geplante „Riesenteil“ werde den „zarten Bahnhof“ erdrücken, warnte Felicitas Oldenburg (FDP) und kritisierte die „Verklotzung“ der 2,3 Hektar großen Fläche zwischen Bahnhofsvorplatz und Godehardstraße.

Die Bebauung dürfe auf keinen Fall näher an das denkmalgeschützte Bahnhofsgebäude heranrücken, verlangte der grüne Fraktionsvorsitzende, Rolf Becker. Der Entwurf habe „Volumen“ räumte Näder-Architekt Kemmerling an. Das vertrage der Bahnhof jedoch aufgrund seines „großen Vorplatzes“.

Hans Georg Näder, Unternehmer aus Duderstadt

Parteiübergreifend forderten die Politiker eine intensive Bürgerbeteiligung. Die Projektentwicklungsgesellschaft Näder solle sich an der Göttinger Firma Sartorius orientieren, regte Dr. Francisco Welter-Schultes (Piraten) an. Der Pharmazulieferer habe im Vorfeld der Umgestaltung seines alten Firmengeländes an der Hannoverschen Straße Anwohner gehört und deren Anregungen in den Planungen berücksichtigt. Auf keinen Fall dürfe Näder die Planung vorantreiben und die Stadt am Ende vor die Wahl stellen: „Friss oder stirb“, stellte Sylvia Binkenstein (SPD) klar.

Breite Zustimmung fand die Idee des Investors, das bestehende Gewerbegebiet in ein Mischgebiet zu überführen. Ein solches Quartier, das Arbeiten und Wohnen verbinde, belebe die nahe Innenstadt, erklärte Dr. Dagmar Sakowski (Bündnis 90/Die Grünen). „Wir planen auf der von den Gleisen abgewandten Seite gut 160 Wohnungen für Studierende, aber auch für Familien mit zwei, der Kindern“, kündigte Architekt Kemmerling an. 30 Prozent sollen davon Sozialwohnungen werden, will Göttingen in einem städtebaulichen Vertrag mit dem Investor durchsetzen. Für eine Quote von 50 Prozent machte sich Edgar Schu (Linke) stark.

Der bestehende, zuletzt von Näders IT-Firma Sycor genutzte Gebäudekomplex ist einst für die Deutsche Post errichtet worden. Sie hat dort im Mai ihre letzten Räume aufgegeben. (Michael Caspar)

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