Projekt des Barockorchesters

Vivaldis "Vier Jahreszeiten" im Zeichen des Klimawandels

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Das Göttinger Barock Orchester: Die Musiker interpretieren Vivaldis „Die vier Jahreszeiten“ neu, um auf den Klimawandel aufmerksam zu machen. 

Göttingen – Der Klimawandel ist allgegenwärtig, nicht erst seit „Fridays for Future“ ist der Umwelt- und Klimaschutz beinahe täglich Bestandteil öffentlicher Diskussionen. Das Göttinger Barock Orchester (GBO) verbindet in einem Umweltprojekt nun die „alte Musik“ mit dem „neuen Klima“.

Welches barocke Werk würde da besser passen als Antonio Vivaldis „Die vier Jahreszeiten“?! Mit einer Neuinterpretation will das GBO „die lebendige musikalische Sprache des Barock nutzen, um damit einen unmittelbar emotional erfassbaren Eindruck von dem zu ermöglichen, was Klimawandel hier für uns bedeuten kann“, erklärt Lennard Wagner vom Barockorchester das Konzept.

Das Projekt „Vivaldis ‘Vier Jahreszeiten’ in Zeiten des Klimawandels“ wird begleitet von der Stabsstelle Klimaschutz und Prof. Dr. Alexander Knohl von der Abteilung für Bioklimatologie der Universität Göttingen.

Neue Interpretation

Vivaldis berühmtestes Konzert wird von den Musikern des Göttinger Barock Orchesters mit historischen Instrumenten gespielt. Die Reihenfolge, die Dauer und die Intensität werden dabei jedoch den auch in Europa mehr und mehr auftretenden Wetterextremen angenähert. Konzertmeister und Gründer Hans-Henning Vater sagt: „Wir haben die Themenmotive etwas durcheinandergewirbelt und dann wieder zusammengefügt.“

Dies geschah aber, „ohne dabei die musikalische Integrität des Werkes zu verletzen“, wie das GBO betont. So bleiben die „Vier Jahreszeiten“ die „Vier Jahreszeiten“, aber das Frühjahr beginnt früher, das Flirren der heißen Monate ist schon im Frühling zu hören, der Sommer zeigt sich in größerer Intensität, die Stürme des Herbstes brausen auf einmal auch im Sommer und der Winter kommt plötzlich mit monsunartigem Regen daher.

Forschungsbeispiele

In einer kurzen Einführung vor den Sätzen wird Dr. Alexander Knohl, Professor für Bioklimatologie an der Universität Göttingen, wissenschaftliche Beispiele für Änderungen des Klimas vorstellen. Antonius Adamske und Hans-Henning Vater, die musikalischen Leiter des Projekts, präsentieren dazu ihre musikalische Umsetzung. Anschließend folgt die Aufführung der gewandelten „Vier Jahreszeiten“.

Ausstellung zum Klima

Daneben wird mit der Ausstellung „Klimawandel in Göttingen und Umgebung – Auswirkungen auf die Jahreszeiten“ neben der emotionalen auch die wissenschaftliche Ebene behandelt. Sie vermittelt laut Ankündigung „Hintergrundinformationen, stellt Handlungsperspektiven vor und diskutiert Einflüsse des Lebensstils“.

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