Voigt-Schule: Linke und Aktionsbündnis wollen Verkauf verhindern

Diskussionsobjekt: Ehemalige Voigt-Schule an der Bürgerstraße in Göttingens Innenstadt. Das Goethe-Institut will kaufen, die Stadtverwaltung verkaufen. Ein Aktionsbündnis und die Linke-Fraktion ist dagegen. Foto: Kopietz

Göttingen. Die alte Voigtschule in Göttingen soll verkauft werden. Zur Ratssitzung am Freitag (16 Uhr, Ratssaal) kündigt ein Bündnis von Gegnern Protest gegen die Entscheidung an.

Vertreter von B.U.N.T.E.S Aktionsbündnis rufen dann auch zu einem Protest im Rahmen der Bürgersprechstunde ab etwa 18 Uhr im Ratssaal auf. Ziel: Den Verkauf der Voigt-Schule an das Goethe-Institut (wir berichteten) zu stoppen. Ziel der Gegner ist es, das Haus im städtischen Eigentum zu halten und ein „Zivilgesellschafts- und BürgerInnenbegegnungszentrum“ einzurichten.

Unterstützung kommt von der Fraktion der Linke im Rat der Stadt. Sie moniert, dass „nach monatelanger Diskussion nun ohne Not ein noch nicht diskutierter Verkauf vorangetrieben und seitens der Verwaltung bereits als beschlossene Sache betrachtet werde“. Die Linke betrachtet diese Lösung als „Verkauf unter Wert“. Fraktionsvorsitzender Patrick Humke: Langfristig sei die Sanierung und Vermietung des Gebäudes besser geeignet, das Stadtsäckel zu entlasten. Humke ruft dazu auch auf, an der Bürgerfragestunde teilzunehmen, um „die Kaufentscheidung zu vertagen und Alternativen zuzulassen“.

Unlängst war bekannt geworden, dass das Goethe-Institut die alte Voigt-Schule kaufen will. Das Haus soll umgebaut und in eigener Regie geführt werden, um den Bildungsbetrieb des Instituts vom stadteigenen Fridtjof-Nansen-Haus an der Merkelstraße im Ostviertel in das frühere Schulgebäude verlagern zu können.

Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) hatte das Kaufinteresse des Goethe-Instituts bestätigt und befürwortet. Er begrüßte die Initiative und die Chance für das leerstehende Gebäude. Dies sei eine hervorragende Möglichkeit, um den Standort Göttingen des Goethe-Instituts auf lange Sicht zu sichern.

Auch in der Diskussion um die benachbarte ehemalige Baptistenkirche kommt Bewegung.

„Nach Auskunft der Verwaltung sind die Verkaufsverhandlungen mit den Filmkunstfreunden Göttingen aktuell auf der Zielgeraden“, teilen SPD und Grüne mit. An der „Zweckbindung“ der Baptistenkirche an Kino und Kultur wolle man festhalten.

In der ehemaligen Baptistenkirche will der Verein Filmkunstfreunde ein Programmkino einrichten, sammelte 3000 Unterschrifte für das Projekt und verhandelt mit möglichen Betreibern. Ein fachkundiger Betreiber soll nach Auskunft der Filmkunstfreunde bereitstehen.

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